Der angekündigte bundesweite Warnstreik im öffentlichen Dienst hat am Morgen bislang nur geringe Auswirkungen auf den morgendlichen Berufsverkehr auf Autobahnen und Landesstraßen in Niedersachsen gehabt. Im ostfriesischen Leer ist die Jann-Berghaus-Brücke (B 436) seit den frühen Morgenstunden gesperrt. Auf der Umleitungsstrecke über die Autobahn 28 mussten Autofahrer laut der Verkehrsmanagementzentrale mit rund einer halben Stunde Verzögerung wegen Stau rechnen. In anderen betroffenen Regionen lief der Verkehr.
Die Klappbrücke in Leer bleibt nach Angaben der Landesbehörde zwischen 6 und 23 Uhr für Autos, Radfahrer und Fußgänger nicht passierbar. Brückenwärter sind vor Ort, um im Notfall Einsatzkräfte durchzulassen.
Auch Wesertunnel für Verkehr gesperrt
Neben der Jann-Berghaus-Brücke ist auch der Wesertunnel in der Wesermarsch für den Verkehr gesperrt. Als Ausweichmöglichkeit bietet die Weserfähre Bremerhaven ab der Nacht stündliche Überfahrten an. Abfahrten sind jeweils zur vollen Stunde ab Bremerhaven und 20 Minuten nach der vollen Stunde ab Blexen. Zwischen 5 und 23 Uhr verkehren zwei Fähren im Pendelbetrieb, dennoch wird mit Wartezeiten gerechnet.
Auch auf Autobahnen ist mit Behinderungen zu rechnen. Der Hamburger Elbtunnel auf der A7 soll nach Angaben der Autobahn GmbH nur eingeschränkt befahrbar sein. Bislang war laut Polizei auch am Elbtunnel die Lage im morgendlichen Berufsverkehr entspannt.
Weitere Einschränkungen betreffen die Schwingeklappbrücke bei Stade (L 111) sowie den Bovenden-Tunnel (B 3) und den Butterbergtunnel (B 241) im Raum Göttingen, die jeweils ganztägig gesperrt sind. Der Straßenbetriebs- und Winterdienst bleibt laut Landesbehörde für Notfälle sichergestellt.
Wer zum Warnstreik aufgerufen ist
Verdi hat zeitgleich zu gemeinsamen Warnstreiks in zwei großen Tarifrunden aufgerufen – bei den bundesweit rund 14.000 Beschäftigten der Autobahn GmbH sowie bei den mehreren tausend Beschäftigten der Landesstraßenbauverwaltungen. Anlass der Warnstreiks sei der "jeweils zähe bis inakzeptable Verlauf" der Tarifrunden zur Autobahn GmbH und zum Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst der Länder, teilte die Gewerkschaft mit.
Verdi fordert in beiden Tarifrunden sieben Prozent mehr Gehalt pro Monat, mindestens aber 300 Euro, um die unteren Lohngruppen zu stützen. Auch die Nachwuchskräfte sollten deutlich besser entlohnt werden.