Mit dem Bau von Großanlagen für die Metallindustrie hat der familiengeführte Anlagenbauer SMS Group im vergangenen Jahr mehr verdient als 2024. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern stieg um 8,2 Prozent auf 145 Millionen Euro, berichtete das Unternehmen in Mönchengladbach.
Die Rahmenbedingungen seien 2025 alles andere als einfach gewesen, erklärte SMS-Chef Jochen Burg laut einer Mitteilung. "Umso wichtiger ist, dass wir unsere Profitabilität weiter verbessern und unsere Projekte stabil umsetzen konnten."
2025 neue Aufträge für vier Milliarden Euro
Der Umsatz ging um zehn Prozent auf 3,6 Milliarden Euro zurück, "vor allem aufgrund noch nicht abgeschlossener Großprojekte", wie das Unternehmen weiter mitteilte. Der Auftragseingang legte um 9,8 Prozent auf 4,0 Milliarden Euro zu. In Forschung und Entwicklung investierte SMS den Angaben zufolge 157 Millionen Euro, 1,3 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.
Die SMS Group baut unter anderem Walzstraßen und Gießanlagen für die Stahl- und Aluminiumindustrie. Auch Hochöfen werden gefertigt. Die Firma beschäftigt weltweit rund 13.300 Menschen, davon etwa 5.000 in Deutschland, zumeist in Nordrhein-Westfalen. SMS-Alleineigentümerin ist die Familie Weiss Stiftung.
SMS baut milliardenteure Anlage in Duisburg
Für den deutschen Stahlhersteller Thyssenkrupp baut SMS in Duisburg eine große Anlage, mit der Stahl klimafreundlicher hergestellt werden soll als in klassischen Hochöfen. Sie besteht unter anderem aus einer sogenannten Direktreduktionsanlage, die Eisenschwamm produziert, sowie zwei Einschmelz-Anlagen. Das Auftragsvolumen für SMS liegt nach früheren Angaben bei 1,8 Milliarden Euro.
Burg berichtete, dass SMS zum Jahresbeginn die Baustelle übernommen habe. Derzeit werde das Herzstück der Anlage hochgezogen, der über 100 Meter hohe Turm der Direktreduktionsanlage.
Der Vorstandsvorsitzende machte keine Angaben dazu, wann die Anlage in Betrieb genommen werden soll. Thyssenkrupp und SMS seien derzeit dabei, die Projektzeitschiene gemeinsam zu bearbeiten, so Burg. Im Sommer wolle man ein Zieldatum nennen. Vor einem Jahr hatte die Planung noch vorgesehen, die Anlage im Laufe des Jahres 2027 schrittweise in Betrieb zu nehmen.
Indien immer wichtiger für SMS
Burg betonte, dass Indien für die SMS Group weiter an strategischer Bedeutung gewinne. Das Land zähle zu den wichtigsten Wachstumsmärkten der globalen Metallindustrie, erklärte er. Anfang 2026 habe SMS eine neue Produktionsstätte in Ahmedabad im westindischen Bundesstaat Gujarat eröffnet. "Dies ist ein wesentlicher Schritt in Richtung Ausbau unserer Präsenz in diesem bedeutenden Wachstumsmarkt", so Burg. Die indische Stahlproduktion liege derzeit bei etwa 150 Millionen Tonnen pro Jahr und werde voraussichtlich in den nächsten Jahren auf 300 Millionen Tonnen ansteigen.
Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland rund 34,1 Millionen Tonnen Rohstahl erzeugt. SMS betreibt bereits eine Fertigungsstätte in Bundesstaat Odisha im Osten Indiens. Insgesamt beschäftigt das Unternehmen in Indien rund 2.000 Menschen.
Für das laufende Geschäftsjahr erwartet die SMS Group einen Auftragseingang auf dem Niveau des Vorjahres. Der Umsatz soll auf über 3,6 Milliarden Euro steigen, der Gewinn soll weiter steigen.