SPD-Chefin Bärbel Bas übt sich in Selbstkritik. Wenn die Wähler den Eindruck hätten, die Bundesregierung streite nur noch, „dann machen wir was falsch“, sagte die Bundesarbeitsministerin beim „Ständehaus-Treff“ der „Rheinischen Post“ (RP) in Düsseldorf. Das bekomme sie auch in ihrem Duisburger Wahlkreis gespiegelt: „Die Menschen sind wütend auf die Regierung und auf meine Partei.“
Auf die Frage von RP-Chefredakteur Moritz Döbler, ob auch sie selbst etwas falsch mache, räumte die 58-Jährige ein: „Auch ich polarisiere“. Nach etlichen Reibereien in der schwarz-roten Koalition gelobte sie aber Besserung: „Ich habe mir fest vorgenommen, nur noch Zuversicht auszustrahlen.“
Die Koalition könne nur gemeinsam gewinnen oder gemeinsam verlieren, sagte Bas angesichts sinkender Umfragewerte für die SPD, aber auch für die Union. „Wir haben nicht mehr viel zuzusetzen“, sagte Bas angesichts von Umfragewerten um die 12 Prozent für die SPD. Die Nervosität in ihrer Partei sei entsprechend groß.