Diskussion um Gastgeber
Watzke: "Keine überschäumende Freude" vor WM-Start

DFB-Vizepräsident Watzke blickt der WM mit gemischten Gefühlen entgegen. (Archiv) Foto: Florian Wiegand/dpa
DFB-Vizepräsident Watzke blickt der WM mit gemischten Gefühlen entgegen. (Archiv) Foto
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Dem Nationalteam traut der DFB-Vizepräsident zu, sich in einen "Flow" zu spielen. Von einem WM-Boykott hält Watzke nichts und wünscht sich stattdessen einen Austausch mit den US-Bürgern.

Bei DFB-Vizepräsident Hans-Joachim Watzke mag angesichts gesellschaftlicher und politischer Themen keine rechte WM-Stimmung aufkommen. Dem Nationalteam traut Watzke aber zu, "viel erreichen" zu können. Knapp zwei Monate vor dem Start der Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko hat der 66 Jahre alte Präsident von Borussia Dortmund aber noch gemischte Gefühle. 

"Ich hatte mich wirklich extrem darauf gefreut", sagte Watzke im Interview der "Ruhr Nachrichten": "Durch die ganzen Umstände empfinde ich jetzt aber keine überschäumende Freude." Genau begründete Watzke dies jedoch nicht.

Wegen der umstrittenen Politik von US-Präsident Donald Trump und des Iran-Krieges hatte es zuletzt immer mal wieder Forderungen nach einem WM-Boykott gegeben. Davon hält der Multi-Funktionär nichts.

Watzke hofft, dass US-Bürger Sorgen der Europäer merken

"Wenn wir klug sind, dann überlassen wir die politischen Bewertungen den Politikern und konzentrieren uns auf den Sport. Denn der Sport hat auch eine Aufgabe: Menschen zusammenzuführen – auch über Landesgrenzen hinweg", sagte Watzke, der auch Ligapräsident der Deutschen Fußball Liga ist. Er erhoffe sich von Fans, die in die USA reisen einen "Austausch" mit den US-Bürgern. "Und vielleicht merken die Menschen dort auch, dass es hier Leute gibt, die sich Sorgen um die USA machen."

Deutschland gehöre sportlich zwar "sicherlich nicht zu den zwei oder drei absoluten Top-Favoriten". Aber das Team von Bundestrainer Julian Nagelsmann sei "in der Gruppe der Mannschaften, die sich innerhalb eines Turniers in einen Flow spielen und dann auch viel erreichen können. Wir haben eine sehr ordentliche Mannschaft."

dpa