Gericht Entführung und Folter nach gelöster Verlobung - Prozess

Sechs Männer sind unter anderem wegen Freiheitsberaubung und Körperverletzung angeklagt. Foto: Roberto Pfeil/dpa
Sechs Männer sind unter anderem wegen Freiheitsberaubung und Körperverletzung angeklagt. Foto
© Roberto Pfeil/dpa
Ein Mann trennt sich von seiner Verlobten und schuldet deren Familie Geld. Um dieses zu bekommen, sollen die Angehörigen brutale Methoden angewandt haben.

Vor dem Landgericht Mönchengladbach hat der Prozess um eine brutale Tat nach einer gelösten Verlobung begonnen. Angeklagt sind sechs Männer im Alter von 24 bis 56 Jahren. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen Freiheitsberaubung, gemeinschaftliche Geiselnahme, Erpressung und Körperverletzung vor.

Die Syrer sollen einen heute 24-jährigen Landsmann über mehrere Tage gefangen gehalten und misshandelt haben. Laut Anklage folterten sie ihn zum Beispiel mit Messern, glühenden Eisenstangen und heißem Wasser. Außerdem habe das Opfer drei Tage lang weder Essen noch Trinken bekommen, schilderte die Staatsanwältin. Motiv für die Tat sei gewesen, dass das Opfer die Verlobung mit seiner Freundin - der Tochter des ältesten Angeklagten - gelöst und deren Familie knapp 10.000 Euro geschuldet habe.

Eltern des Opfers per Videotelefonat bedroht

Das Geld hätten die Angeklagten auf brutale Weise eintreiben wollen. Als der 24-Jährige im April 2022 noch einmal zu seiner Ex-Verlobten fahren wollte, soll ihn ein 28-jähriger Angeklagter vom Bahnhof Rheydt abgeholt und in eine Wohnung gebracht haben, in der zwei andere Männer warteten. Der 28-Jährige habe die Rückzahlung des Geldes gefordert, dem Opfer massiv gedroht und mit einer Schreckschusspistole in den Boden geschossen. Anschließend sei der junge Mann geknebelt und misshandelt worden. 

Später kam laut Anklage der 56-jährige Vater der Ex-Verlobten hinzu und drohte dem Schwerverletzten, ihn langsam zu töten, falls er nicht zahle. Dann wurden die Eltern des Opfers per Videocall angerufen, um von ihnen das Geld zu erpressen.

Opfer wurde nach Venlo verschleppt

Nachdem eine Geldübergabe mit dem Bruder des Gefangenen gescheitert war, wurde der 24-Jährige laut Anklage zwischenzeitlich nach Venlo (Niederlande) verschleppt und erst vier Tage später wieder freigelassen.

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Am ersten Verhandlungstag schwiegen die Angeklagten zu den Vorwürfen. Für den Prozess sind noch neun weitere Verhandlungstage bis Ende März angesetzt.

dpa