Die Favoritenrollen sind klar verteilt, ein Selbstläufer wird das Pokal-Halbfinale vom SC Magdeburg gegen den Bergischen HC nicht. "Wir wissen schon, was uns da erwartet. Das hat das letzte Spiel deutlich gezeigt. Warum sollte das beim Pokal anders sein?", sagte SCM-Cheftrainer Bennet Wiegert vor der Final-Four-Endrunde in Köln. In der Handball-Bundesliga hatte der Spitzenreiter das Auswärtsspiel im März beim BHC nur knapp mit 27:25 gewonnen.
Bergischer HC hatte SCM "an der Grenze einer Niederlage"
"Der BHC wird ganz viel daraus mitnehmen, weil sie uns da fast an der Grenze einer Niederlage hatten. Der kurze Weg nach Köln, das ist alles andere, als ein einfaches Los. Trotzdem freuen wir uns extrem drauf", sagte Wiegert und fügte angesichts der Vorbereitung auf das Spiel am Samstag (18.45 Uhr/Dyn) an: "Das ist gar nicht schlecht, diesen Erfahrungswert zu haben."
Denn der SCM und die Füchse Berlin, die im Halbfinale gegen den TBV Lemgo ran müssen, sind klar favorisiert. Das wolle man nicht wegdrängen. "Das haben wir uns über die Saison vielleicht auch erarbeitet. Pokal, auch sportartübergreifend, nicht nur im Handball, hat immer besondere Sachen parat, immer. Deswegen ist es immer anspruchsvoll, was an einem Wochenende an einem neutralen Ort passiert", meinte Wiegert.
2016 brauchte der SCM die Verlängerung gegen den BHC
Für den 44-Jährigen schließt sich an diesem Wochenende auch ein Kreis. Vor gut zehn Jahren holte er mit dem SCM seinen ersten Titel als Trainer. Im Pokal-Finale in Hamburg gab es gegen die SG Flensburg-Handewitt einen 32:30-Sieg. Linksaußen Matthias Musche und der heutige Co-Trainer Yves Grafenhorst waren damals als Spieler mit dabei. Und im Halbfinale war es ein Krimi bis in die Verlängerung: Gegner damals beim 36:33 n.V. war der BHC.
"Erstmal kommt es mir nicht so vor, dass es schon wieder zehn Jahre her ist. Wir sind jetzt in 2026, 2016 ist schon vorbei, da haben wir unsere Geschichte geschrieben. Wir versuchen jetzt, einen neuen Weg in die Bücher zu finden", sagte Wiegert und betonte: "Nun sind wir keine Mannschaft, die nur dabeisein möchte. Ich merke schon, wie beim ersten Training, dass die Vorfreude sehr groß ist."