Sprengstoffanschlag
Anschlag im ICE - Polizei sucht Zeugen

Nach dem Sprengstoffanschlag in einem ICE südlich von Köln sucht die Polizei weiter nach Zeugen (Archivbild). Foto: Marius Fuhrm
Nach dem Sprengstoffanschlag in einem ICE südlich von Köln sucht die Polizei weiter nach Zeugen (Archivbild). Foto
© Marius Fuhrmann/dpa
Am 2. April zündete ein Mann in einem ICE Sprengsätze. Mehr als 100 Fahrgäste befanden sich im Zug. Doch bevor die Polizei von allen die Personalien aufnehmen konnte, waren manche schon weitergereist.

Eineinhalb Wochen nach einem Sprengstoffanschlag mit zwölf leicht Verletzten in einem ICE südlich von Köln sucht die Polizei weiter nach Zeugen. Nach aktuellem Ermittlungsstand sei davon auszugehen, dass noch nicht alle Fahrgäste befragt worden seien, teilte die Polizei mit. Einige Reisende aus dem Zug seien mit dem Schienenersatzverkehr weitergereist, bevor ihre Personalien festgestellt worden seien. Diese Fahrgäste würden daher gebeten, sich zu melden. Gegebenenfalls während der Fahrt gemachte Fotos und Videos seien von besonderem Interesse.

Motiv noch unklar

In dem ICE hatte am 2. April ein junger Mann laut Polizei mit einem Anschlag gedroht und zwei Sprengkörper gezündet. Der Deutsche soll in Aachen an Bord des ICE gegangen sein und nach einem Zwischenstopp in Köln-Deutz die Sprengsätze gezündet haben. Fahrgäste wurden demnach durch umherfliegende Plastikkugeln aus den Sprengkörpern und Knalltraumata leicht verletzt. Der ICE stoppte dann außerplanmäßig in Siegburg. 127 Fahrgäste sollen zu diesem Zeitpunkt an Bord gewesen sein.

Das Motiv des mutmaßlichen Täters ist nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft in Düsseldorf noch unklar. Einerseits gebe es Erkenntnisse, dass der 20-Jährige politisch "dem rechten Spektrum zuzuordnen" sei, andererseits aber auch Hinweise auf eine psychische Erkrankung.

dpa