Justiz
Sächsische Justiz vor Generationenwechsel

Der sächsischen Justiz steht ein Generationenwechsel bevor. (Archivbild) Foto: Martin Schutt/dpa
Der sächsischen Justiz steht ein Generationenwechsel bevor. (Archivbild) Foto
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Fast 300 Richterinnen und Richter gehen bald in Pension. Kann Sachsen diese Lücken füllen?

Der sächsischen Justiz steht in den nächsten Jahren ein Generationenwechsel bevor. In den nächsten sechs Jahren erreichten 288 Richterinnen und Richter - und damit 37 Prozent der Richterschaft - das Ruhestandsalter, sagte der Präsident des Oberlandesgerichtes (OLG), Leon Ross. "Das ist schon ein Einschnitt, der führt auch zu einem erheblichen Erfahrungsverlust bei den Gerichten."

Es komme darauf an, frei werdende Richterstellen nahtlos nachzubesetzen, sagte Ross. "Ich denke, wir sind da auf gutem Weg." Aktuell absolvierten mehr als 700 Nachwuchsjuristinnen und -juristen ein Referendariat in Sachsen - das sei ein neuer Spitzenwert. Das Interesse an der Ausbildung im Freistaat sei hoch. 

Lücken täten sich auch bei den Rechtspflegern und in den Geschäftsstellen der Gerichte auf, wo die Akten verwaltet werden. Diese Stellen zu besetzen, sei schwieriger. Aktuell seien rund 350 Anwärterinnen und Anwärter in Ausbildung.

Künstliche Intelligenz kann in der Justiz helfen

Ein weiteres Zukunftsthema ist laut dem OLG-Präsidenten der Einsatz von künstlicher Intelligenz in der Justiz. KI könne zum Beispiel helfen bei der Anonymisierung von Urteilen, um sie anschließend veröffentlichen zu können. Bisher geschehe das von Hand und sei ein immenser Aufwand, sagte Ross. "Wenn das automatisiert erfolgen könnte, wäre das schon eine große Erleichterung für die Justiz."

Eine weitere mögliche Anwendung von KI sei die automatische Auswertung von Akten, um die wesentlichen Punkte schneller herausarbeiten zu können. Das biete sich bei relativ gleichförmigen Verfahren an, die sich in großer Zahl wiederholen.

dpa