Hauptuntersuchungen von Autos
Auslandsgeschäft gibt Prüffirma Tüv Rheinland Wachstumsschub

Der Tüv hat mehrere Geschäftsfelder, das bekannteste ist wohl die Hauptuntersuchung für Autos. (Archivbild) Foto: Daniel Vogl/dp
Der Tüv hat mehrere Geschäftsfelder, das bekannteste ist wohl die Hauptuntersuchung für Autos. (Archivbild) Foto
© Daniel Vogl/dpa

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Deutschlands Wirtschaft schwächelt, also schlechte Geschäfte für die heimischen Firmen? Das stimmt häufig - nicht aber für einen Prüfkonzern aus Köln. Der wächst und wächst - vor allem im Ausland.

Der Prüfkonzern Tüv Rheinland ist dank einer hohen Nachfrage nach Elektroniktests und anderen Kontrollen stark gewachsen. Der Umsatz sei im vergangenen Jahr um 9,7 Prozent auf 2,98 Milliarden Euro gewachsen, teilte das Unternehmen in Köln mit. Schon in den Jahren 2022 bis 2024 hatte die Firma starke Zuwächse verbucht. Das Betriebsergebnis (Ebit) schnellte sogar um 19,3 Prozent auf 268,3 Millionen Euro in die Höhe. 

Gut die Hälfte des Geschäfts macht das Tüv-Unternehmen im Ausland, dort zog der Umsatz um 15,4 Prozent stark an. In Deutschland lag das Plus hingegen nur bei drei Prozent.

Der Konzern hatte zum Jahreswechsel 28.551 Beschäftigte und damit rund 1.500 mehr als Ende 2024 und 5.400 mehr als Ende 2022. Derzeit sucht die FIrma 1.200 Fachkräfte, 400 davon in Deutschland. "Für uns war 2025 ein sehr erfolgreiches Geschäftsjahr, wir haben unseren Wachstumskurs fortgesetzt", sagte Firmenchef Michael Fübi. Schon in den Jahren 2022 bis 2024 hatten die Geschäfte angezogen, den Wachstumskurs möchte die Firma dieses Jahr fortsetzen. 

Ein Teil des Wachstums geht auf Zukäufe zurück, allein im ersten Quartal 2026 kam es zu vier Übernahmen. Das waren zwei Firmen aus Deutschland aus den Bereichen Arbeitssicherheit und Windenergie sowie eine Produktprüfungsfirma in Südkorea und eine technische Beratung in den USA. Rechnet man die Akquisitionen heraus, so lag das Umsatzplus im vergangenen Jahr bei 5,4 Prozent.

Breite Palette an Dienstleistungen

Der Tüv hat mehrere Geschäftsfelder, das bekannteste ist wohl die Hauptuntersuchung für Autos. Damit macht das Unternehmen 16 Prozent seines Umsatzes, mit Führerscheinprüfungen sind es 1,5 Prozent. Außerdem prüft der Tüv Rheinland die sichere Anwendbarkeit von Produkten, nimmt die Arbeitssicherheit unter die Lupe, macht Schulungen und verbessert die Cybersicherheit. Die Firma ist nach eigenen Angaben der weltweit größte Prüfer von Photovoltaik-Anlagen. 

Die Unternehmenszentrale ist in Köln. In der Domstadt hat Tüv Rheinland rund 5.000 Beschäftigte. Weitere große Standorte sind in Berlin mit 1.100 Beschäftigten und Nürnberg mit 630. Zu den Konkurrenten gehören Tüv Nord, Tüv Süd und Dekra.

Für dieses Jahr peilt die Firma ein Umsatzwachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich an, das wäre weniger als 2025. Unternehmenschef Fübi verwies darauf, dass die Entwicklung der Weltwirtschaft angesichts des Irankriegs und anderer Konflikte schwer absehbar sei. So sei es möglich, dass Chemie- und Ölfirmen angesichts einer Rohstoffknappheit vor Instandhaltungen und Produktionserweiterungen zurückscheuten - das würde wiederum auch den Tüv Rheinland treffen. "Es wird nicht so ein schönes Jahr wie 2025, aber wir sind optimistisch", so Fübi.

dpa