Eben noch mediale Superstars, jetzt ein Fall für die Mülltonne: Düsseldorfs Karnevalswagenbauer Jacques Tilly ist seinen geliebten Pappmaché-Motivwagen mit dem Vorschlaghammer zu Leibe gerückt. "So ist das seit 43 Jahren. Bei manchen Wagen tut es weh, aber das ist nun mal der Rhythmus", sagte Tilly. "Heute heißt es auf gut Deutsch: Hau weg den Scheiß'".
Zwei der Motivwagen würden aber aufbewahrt, weil sie noch gebraucht werden könnten. Darunter sei auch der Wagen mit Russlands Staatschef Wladimir Putin, der eine Narrenfigur mit dem Schwert aufspießt.
"Putin erreicht das Gegenteil"
Er war die närrische Antwort auf den Prozess, den die russische Justiz derzeit gegen Tilly "wegen Verunglimpfung der russischen Staatsorgane" anstrengt und der am 26. Februar fortgesetzt werden soll. Karnevalisten bundesweit hatten sich in den vergangenen Wochen mit Tilly solidarisiert.
Der Düsseldorfer Bildhauer hat Putin in den vergangenen Jahren immer wieder aufs Korn genommen und als blutrünstigen Despoten ins Bild gesetzt. "Der Effekt des Prozesses ist natürlich: Putin erreicht das Gegenteil. Alle alten Wagen werden nochmal rauf und runter gezeigt", sagte Tilly.