Sechs Monate nach der spektakulären Festnahme mehrerer Jugendlicher und Heranwachsender in Dortmund hat am Montag vor dem Dortmunder Landgericht der Prozess gegen sieben Angeklagte begonnen. Den zwischen 16 und 20 Jahre alten Männern wird unter anderem versuchter Totschlag vorgeworfen.
Tat mit Mobiltelefon gefilmt
Die mutmaßlichen Mitglieder einer Jugendbande sollen im August 2025 eine Gruppe anderer Jugendlicher brutal verprügelt haben. Mehrere Opfer erlitten Verletzungen durch Schläge und Tritte gegen die Köpfe. Einer der Angeklagten soll einem bereits am Boden liegenden Mann mit Anlauf auf den Kopf gesprungen sein.
Die Auseinandersetzung wurde laut Staatsanwaltschaft von einem der Angeklagten mit dem Mobiltelefon gefilmt. Auf dem Video soll unter anderem zu sehen sein, wie mehrere Angeklagte Jubelposen einnehmen, nachdem sie ihre Opfer misshandelt haben.
Festnahme durch SEK
Weil das Video nach der Tat offenbar in sozialen Netzwerken veröffentlicht wurde, konnte die Polizei Ende 2025 mehrere Verdächtige identifizieren. An der Festnahme im Dezember waren schwer bewaffnete Spezialeinsatzkommandos beteiligt.
Wie der Vertreter der Staatsanwaltschaft am ersten Verhandlungstag bekanntgab, konnte vor wenigen Tagen noch ein weiterer Verdächtiger ermittelt und festgenommen werden. Auch diesem jungen Mann droht jetzt eine Anklage vor dem Landgericht.
Weiterer Verdächtiger in Haft
Die Festnahme des weiteren Verdächtigen geht nach Angaben des Staatsanwalts "auf die werthaltigen Angaben" eines der Angeklagten zurück. Alle sieben jungen Männer kündigten nach der Verlesung der Anklageschrift an, sich in den kommenden Tagen zu den Vorwürfen äußern zu wollen.