Schwarz-rote Koalition
CDU-Vize mahnt zu Kompromissfähigkeit in Reformdebatte

CDU-Vize Laumann sieht auch das Auftreten mancher Parteikollegen kritisch. (Archivbild) Foto: Rolf Vennenbernd/dpa
CDU-Vize Laumann sieht auch das Auftreten mancher Parteikollegen kritisch. (Archivbild) Foto
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Die schwarz-rote Koalition ringt mühsam um Reformen. Der Sozialpolitiker Karl-Josef Laumann dringt auf einen breiten Konsens - und wünscht sich von Teilen seiner Partei mehr Empathie in der Debatte.

Der stellvertretende CDU-Vorsitzende Karl-Josef Laumann ruft seine Partei und Koalitionspartner zu Kompromissbereitschaft in der Reformdebatte auf. "Die Reformen werden nur dann funktionieren, wenn alle drei Parteien auch bittere Pillen schlucken", sagte der nordrhein-westfälische Arbeitsminister der "Zeit" mit Blick auf CDU, CSU und SPD. "Natürlich muss jede Partei ihr Kernklientel bedienen, aber man muss kompromissfähig bleiben." 

In der CDU hätten viele nach der Zeit der früheren Bundeskanzlerin Angela Merkel den politischen Kompromiss schlichtweg sattgehabt, sagte Laumann. "Aber ich glaube, dass diese Haltung in unserer Demokratie nicht funktioniert." 

Mit Blick auf das Auftreten seiner eigenen Partei kritisierte Laumann, "Teile der CDU könnten hier und da ein bisschen mehr Empathie üben". "Wenn man sagt, alle müssten mehr arbeiten, oder wenn man von Lifestyle-Teilzeit spricht, dann gibt es zwar Beifall in manchen CDU-Sälen. Aber viele Menschen, die das hören, können das mit ihrer Lebensrealität nicht nachvollziehen." Sein Motto laute, die CDU müsse "der Freund der fleißigen Menschen sein". Das klinge ganz anders - allerdings stecke dahinter dieselbe Überzeugung.

Er rief zudem dazu auf, wichtige Beteiligte in der Reformdebatte einzubinden, nicht zuletzt Arbeitgeber und Arbeitnehmer. "Wir müssen diese Reformen auf einen breiten gesellschaftlichen Konsens stellen", sagte Laumann. "Und das wird nur gehen, wenn Belastungen ausgewogen, fair und nachvollziehbar verteilt werden."

dpa