Die Polizei hat nach Abschluss ihrer Arbeit im Tresorraum der Sparkasse in Gelsenkirchen Fotos veröffentlicht, die das Chaos nach dem spektakulären Einbruch zeigen. Unter anderem sind hunderte Kassetten aus den Schließfächern zu sehen, die auf dem Boden verteilt sind.
"Nachdem die Polizei nun insgesamt mehrere Hunderttausend Gegenstände vorsortiert, katalogisiert und fotografiert hat, konnten zahlreiche Spuren gesichert werden. Insgesamt wurden mehr als 50.000 Gegenstände detailliert erfasst", hieß es in einer Mitteilung vom Montag.
Die Bilder seien unmittelbar nach Entdeckung des Bohrlochs in der Wand des Archivraumes aufgenommen worden, so die Behörde: "Die Bilder zeigen den Tresorraum aus mehreren Perspektiven und geben einen Einblick, welche Dimension die Arbeit im und am Tresor mit sich zog."
Polizei: Schon 1.200 Geschädigte vernommen
Ein weiteres veröffentlichtes Foto zeigt den Tresorraum in seinem aktuellen Zustand. "Alle Gegenstände befinden sich in sicherer Verwahrung der Polizei. Die tatsächliche Freigabe des Tatorts und die Herausgabe aller Gegenstände erfolgt zu einem späteren Zeitpunkt", hieß es in der Mitteilung.
Nun gehe es auch um die Vernehmung geschädigter Schließfachinhaber: "In den vergangenen Wochen wurden etwa 1.200 Geschädigte vernommen, weitere Hunderte Termine wurden bereits vereinbart. Alle geschädigten Schließfachinhaberinnern und -inhaber sind Zeugen in einem Strafverfahren und müssen vernommen werden."
Die Polizei Gelsenkirchen wies noch einmal auf eine Telefon-Hotline für Schließfachbesitzer hin (0209 365 1661). Zudem würden schriftliche Vorladungen an geschädigte Kundinnen und Kunden versandt, so die Ermittler. Grundsätzlich sei das Erscheinen freiwillig, "auf Anordnung der Staatsanwaltschaft kann jedoch eine Pflicht zum Erscheinen und zur Aussage erwachsen." Für die Ermittlungen sei es entscheidend, dass alle geschädigten Kundinnen und Kunden vernommen werden.
Die Polizei geht nach eigenen Angaben mehr als 600 Hinweisen nach, um diese auf neue Ermittlungsansätze hin zu überprüfen. Zuletzt war der Fall unter anderem in der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY... ungelöst" gezeigt worden.