Knapp sechs Jahre nach einer Legionellen-Infektion an der Kölner Uniklinik mit drei Toten und drei Verletzten hat ein Prozess gegen einen Angeklagten wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung begonnen. Er soll den Betrieb der Klima-, Kälte- und Lüftungstechnik nicht ordnungsgemäß kontrolliert und überwacht haben, obwohl er der verantwortliche Bereichsleiter eines Tochterunternehmens für das Gebäudemanagement gewesen sei.
Konkret wirft die Staatsanwaltschaft dem 61-Jährigen vor, bei der Inbetriebnahme einer Verdunstungskühlanlage im Mai 2020 eine Untersuchung des Kühlwassers auf Legionellen-Erreger unterlassen zu haben. Zudem habe er Vorschriften der Bundesimmissionsschutzverordnung missachtet und entsprechende Laboruntersuchungen des Kühlwassers nicht veranlasst. Dadurch hätten sich unbemerkt Legionellen im Kühlwasser gebildet.
Patienten atmeten belasteten Wasserdampf ein
Aus der Anlage sei dann mit Legionellen belasteter Wasserdampf in ein Bettenhaus der Klinik gezogen und von Patienten eingeatmet worden. Sechs Patienten erkrankten daraufhin an Lungenentzündung. Drei von ihnen starben, drei konnten durch Behandlungen mit Antibiotika gerettet werden.
Der Angeklagte wies die Vorwürfe zurück. "Ich bedaure das Leid, das durch die Legionellen entstanden ist", sagte er. Er stelle sich zwar seiner Verantwortung, sehe sich aber nicht in Alleinverantwortung.