Erinnerungsarbeit Neue BASF-Website beleuchtet dunkles Kapitel der Geschichte

Die neue Website wird BASF zufolge ab dem 2. Dezember abrufbar sein. (Archivbild) Foto: Uwe Anspach/dpa
Die neue Website wird BASF zufolge ab dem 2. Dezember abrufbar sein. (Archivbild) Foto
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Zum 100. Jahrestag der Gründung der I.G. Farben stellt der Chemiekonzern eine digitale Plattform online. Daneben unterstützt das Unternehmen eine wissenschaftliche Tagung.

Auseinandersetzen mit historischer Verantwortung: Der BASF-Konzern stellt zum 100. Jahrestag der "Interessengemeinschaft Farben" am 2. Dezember eine neue Website online. Die Seite beleuchte ausgewählte Aspekte der Unternehmensgeschichte, insbesondere während der Zeit des Nationalsozialismus – etwa die Geschichte der früheren I.G. Farben-Werke Ludwigshafen und Oppau, teilte das Unternehmen mit.

Der Forschungsstand sei weiter lückenhaft, hieß es. Die Darstellung solle daher Schlaglichter setzen. "Die digitale Präsentation thematisiert auch den Umgang des Unternehmens mit der eigenen Vergangenheit, der sich in den vergangenen Jahrzehnten von Verschweigen und Verdrängen hin zu einer aktiven Neubewertung entwickelt habe", teilte eine Sprecherin mit.

BASF war 1952 neu gegründet worden

BASF hatte 1925 mit anderen Chemie-Riesen zur I.G. Farben fusioniert. Der Konzern war unter anderem mit der Degussa AG an der Deutschen Gesellschaft für Schädlingsbekämpfung (Degesch) beteiligt, die das Giftgas Zyklon B herstellte. Damit wurden Millionen Juden in Konzentrationslagern ermordet. BASF war nach der Entflechtung der I.G. Farben 1952 neu gegründet worden und ein Gründungsmitglied der Stiftungsinitiative der deutschen Wirtschaft "Erinnerung, Verantwortung, Zukunft".

Zum 100. Jahrestag unterstütze das Unternehmen auch mit der Finkelstein Stiftung die wissenschaftliche Tagung des Fritz Bauer Instituts Anfang Dezember in Frankfurt/Main, hieß es. Einen zentralen Bestandteil der Erinnerungsarbeit bilde die Initiative "Gedenken. Nachdenken. Umdenken.", die BASF im Umfeld des 75. Jahrestags der Befreiung von Auschwitz gestartet habe. Ziel sei eine nachhaltige Erinnerungskultur am Standort Ludwigshafen.

Zu weiteren Aktivitäten zählen dem Konzern zufolge Zeitzeugeninterviews, Lesungen mit Holocaust-Überlebenden sowie interne und öffentliche Gedenkveranstaltungen.

dpa