Gesundheit
Hausärzte kritisieren Impfstoff-Bestellfrist

Die Hausärzte seien dafür verantwortlich Impfstoff in Oberarme zu bringen. (Symbolbild) Foto: Stephan Jansen/dpa
Die Hausärzte seien dafür verantwortlich Impfstoff in Oberarme zu bringen. (Symbolbild) Foto
© Stephan Jansen/dpa
Der Hausärzteverband Rheinland-Pfalz kritisiert die Bestellfrist für Grippeimpfstoffe. Warum die Praxen Probleme bei der Kalkulation sehen und was sie stattdessen fordern.

Der Hausärztinnen- und Hausärzteverband Rheinland-Pfalz wehrt sich gegen eine Forderung des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI), wonach Hausärzte bis Ende des Monats Grippeimpfstoffe bestellen sollen. Keine Praxis könne seriös kalkulieren, wie viele Patienten in der nächsten Saison zur Grippeimpfung in die Hausarztpraxen kommen, teilte der Verband mit. Das PEI ist eine Bundesbehörde, die unter anderem für Impfstoffe zuständig ist. 

Für eine bedarfsgerechte Planung und vor dem Hintergrund der mehrmonatigen Herstellung der Grippeimpfstoffe sei es entscheidend, dass die Bestellungen der Ärztinnen und Apotheken bis Ende März eingingen, hieß es vom PEI. "Diese organisatorische Begründung widerspricht der Realität eines Praxisalltages in der neuen Versorgungslandschaft in Deutschland", heißt es hingegen von der Vorsitzenden des Hausärzteverbands Barbara Römer. 

Hausärzte können Impfstoffbedarf nicht seriös kalkulieren

Es gebe inzwischen ein breites Angebot an Impfstellen, neben den Hausärzten etwa die Apotheken oder Betriebsärzte. Für die Praxen sei es daher nicht möglich seriös zu kalkulieren, wie viele Patienten eine Impfung bei den Hausärzten beziehen wollten. Bundesweite Datenbanken mit Informationen über mögliche Risikogruppen seien verlässlicher für die Ermittlung des Impfstoffbedarfs. Ergänzend könnten die bei den Kassenärztlichen Vereinigungen vorliegenden Impfzahlen der gesetzlich Versicherten der vergangenen Quartale helfen.

Für eine ausreichende Verfügbarkeit von Impfstoffen zu sorgen, sei keine Aufgabe der Hausärzte. "Wir Ärztinnen und Ärzte sind dafür verantwortlich, dass auf Freiwilligkeit beruhend möglichst viele Impfstoffe in möglichst vielen Oberarmen landen", so Römer.

dpa