Nach dem gewaltsamen Tod eines Polizisten in Völklingen vor rund sechs Monaten haben Ermittler mehr als 330 mutmaßlich strafbare Hasspostings im Internet registriert. Es handele sich um Beiträge, die sich gegen die Person des getöteten Polizisten richteten oder allgemein polizeifeindlich motiviert seien, teilte die Landespolizeidirektion Saarland in Saarbrücken mit.
Die Ermittlungen liefen vor allem wegen des Verunglimpfens des Andenkens Verstorbener sowie der Billigung von Straftaten. Unter Federführung der Staatsanwaltschaft Saarbrücken durchsuchten Ermittler in diesem Komplex insgesamt acht Objekte - im Saarland (4) sowie in Bayern (1), Niedersachsen (1), Nordrhein-Westfalen (1) und Schleswig-Holstein (1).
Im Zuge der Durchsuchungen stellten die Ermittler umfangreiche Beweismittel - insbesondere IT-Geräte - sicher. Die Auswertungen und Ermittlungen dauerten an, teilte die Polizei mit. In bislang mehr als 80 Prozent der Verfahren seien Beschuldigte identifiziert und aus der vermeintlichen Anonymität des Internets geholt worden.
Hasspostings vor allem nach Tod von Polizisten im Blick
Am 21. August 2025 war ein 34 Jahre alter Polizist bei einem Einsatz in Völklingen erschossen worden. Mutmaßlicher Täter ist ein heute 19-Jähriger. Er muss sich ab dem 11. Februar vor der Jugendkammer des Landgerichts Saarbrücken wegen Mordes verantworten.
Nach der Tat war im Landeskriminalamt die Ermittlungsgruppe "Hate Speech" eingerichtet worden, um Straftaten im Netz beweissichernd zu dokumentieren und konsequent zu verfolgen, hieß es. Es gebe auch Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Beleidigung, Volksverhetzung und des öffentlichen Aufforderns zu Straftaten.
Die Polizei Saarland bittet die Bevölkerung, Hasskommentare zu dokumentieren, zu melden und gegebenenfalls Anzeige zu erstatten.