Das "Grüne Band" entlang der früheren innerdeutschen Grenze sollte aus Sicht von Sachsen-Anhalts Landesbeauftragten für die Aufarbeitung der SED-Diktatur, Johannes Beleites, touristisch besser erschlossen werden. Im vergangenen Jahr habe er sich selbst mit dem Rad auf den Weg gemacht und festgestellt: "Da gibt es einen riesigen Ausbaubedarf." Er ist gemeinsam mit dem Salzwedeler Landrat Steve Kanitz Sprecher eines Fachbeirats zur Entwicklung des Schutzgebietes.
Das "Grüne Band" ist Lebensraum für viele geschützte Tier- und Pflanzenarten und erinnert zugleich an das Grenzregime der DDR. Im Oktober 2019, wurde es in Sachsen-Anhalt als Nationales Naturmonument ausgewiesen.
Nationalpark Harz einbeziehen
"Wir brauchen touristische Infrastruktur, Radwege und eine Stärkung der Initiativen, die am "Grünen Band" schon aktiv sind", sagte Beleites. Eingebunden werden müssten auch der Nationalpark Harz und das Unesco-Biosphärenreservat Drömling, wo Natur und Geschichte zusammenkämen. Auch Niedersachsen könnte sich stärker an der Entwicklung des Grünen Bandes beteiligen und davon auch profitieren.
Wichtige historische Punkte entlang des Grünen Bandes sollten gekennzeichnet werden für interessierte Reisende, sagt Beleites. Er zählt dazu Orte, an denen Menschen zu Tode gekommen sind, Grenzkasernen, Übergänge. Nötig sei ein einheitliches System an Orientierungspunkten. Derzeit gebe es Gespräche dazu, auch zur Finanzierung.
Orientierung und Information bietet Interessierten seit vergangenem Herbst die App "Grünes Band" des Vereins berlinHistory e.V., die auch vom Aufarbeitungsbeauftragten unterstützt wurde.