Zwischen der AfD Sachsen-Anhalt und dem früheren Verfassungsschutzchef Hans-Georg Maaßen gibt es nach Parteiangaben keine Verhandlungen über einen möglichen Einsatz als Landesinnenminister. "Herr Maaßen war auf der einen oder anderen Veranstaltung bei uns, aber es gibt keinerlei Gespräche über einen Innenminister Maaßen in Sachsen-Anhalt", sagte AfD-Landeschef Martin Reichardt bei einer Pressekonferenz in Berlin auf Nachfrage von Journalisten.
Reichardt, der auch Bundestagsabgeordneter ist, lobte den früheren Behördenchef in seiner damaligen Funktion aber als "aufrichtig und mutig". Der Erste Parlamentarische Geschäftsführer der AfD-Bundestagsfraktion, Bernd Baumann, sagte: "Herr Maaßen war ein guter Verfassungsschutzchef, ein sehr guter sogar. Innenminister ist eine ganz andere Aufgabe nochmal, ist eine politische Aufgabe." Ob da eine Möglichkeit bestehe, das wolle er nicht weiter kommentieren.
Maaßen: "Wenn es dem Land hilft, würde ich das machen"
Hintergrund sind Medienberichte über eine mögliche Rolle Maaßens in einer potenziellen AfD-Landesregierung. Der "Zeit" hatte er auf Anfrage, ob er als Innenminister zur Verfügung stünde, gesagt, "wenn es dem Land hilft, würde ich das machen." Er ließ dem Bericht zufolge aber offen, ob er bereits gefragt wurde.
In einer Infratest-dimap-Umfrage lag die AfD in Sachsen-Anhalt zuletzt mit 41 Prozent deutlich vor der CDU (26 Prozent) und der Linken (12). Die AfD benennt eine Alleinregierung als ihr Ziel. Die Landtagswahl ist am 6. September.
Ex-Verfassungsschutzchef Maaßen war früher CDU-Mitglied und zuletzt Vorsitzender der von ihm gegründeten konservativen Kleinstpartei Werteunion. Im Oktober vergangenen Jahres hatte er seinen Rückzug auch aus der Werteunion angekündigt.