Ministerpräsident
Sven Schulze hat „keine Lust drauf“, dass Weidel über Sachsen-Anhalt entscheidet

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze
Es sieht momentan nicht gut aus für Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze. Die AfD liegt deutlich vor seiner CDU – sogar mit Kurs absolute Mehrheit
© Carsten Koall / DPA

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Die CDU liegt laut Umfragen kurz vor den Wahlen in Sachsen-Anhalt deutlich hinter der AfD. Ministerpräsident Sven Schulze gibt sich gelassen – warnt die Wähler aber.

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) hat das Umfragehoch der AfD gelassen zur Kenntnis genommen. Der Wahlkampf fange erst an, sagte der CDU-Politiker in der ntv-Sendung „Pinar Atalay“. Er spiele gedanklich nicht jede Variante durch, etwa wenn die AfD in Sachsen-Anhalt eine absolute Mehrheit erreichen sollte. „Am Ende ist es die Bevölkerung, die entscheidet“, sagte Schulze.

Die Umfragen sähen aktuell nicht gut aus, räumte Schulze ein. „Ich hab aber nicht vor, zu verlieren. Ich hab vor, für mein Land, für Sachsen-Anhalt, zu gewinnen.“ Er sei „ziemlich sicher, dass die Menschen in Sachsen-Anhalt sehr klug handeln werden und sich sehr genau mit dieser Wahl beschäftigen werden und dass die Wahlergebnisse dann anders aussehen können als diese Umfragen“.

CDU hat Social Media als Schwachstelle ausgemacht

Selbstkritisch gab sich Schulze in Puncto Social Media. Er räumte Defizite seiner Partei bei der Ansprache junger Menschen über soziale Medien ein. Mit Blick auf die hohe Reichweite der AfD auf Plattformen wie Instagram, sagte er: „Ich denke schon, dass das ein Defizit war, auch der CDU insgesamt, das Thema Social Media ein Stück weit vernachlässigt zu haben.“ 

Inzwischen habe die CDU aber „ein Stück weit aufgeholt“. Social Media sei „ein ganz wichtiges Medium für junge Menschen vor allen Dingen, die vielleicht weniger Fernseher gucken, keine Zeitung mehr lesen“. Mit der aktuellen Reichweite zeigte sich der CDU-Politiker dennoch zufrieden: „Es geht ja im Endeffekt auch um die Menschen in Sachsen-Anhalt, die mir wichtig sind, was die Erreichbarkeit angeht.“

Sachsen-Anhalt: AfD in Umfrage deutlich vor der CDU

Schulze sagte, er stehe für harte Arbeit und eine Regierung aus der Mitte. Eine Umfrage sei noch kein Wahlergebnis, vor der Wahl 2021 habe die AfD auch vorn gelegen, das Wahlergebnis habe dann anders ausgesehen, so der Regierungschef. Damals hatte die CDU deutlich vor der AfD gewonnen.

In einer Umfrage des Instituts Infratest dimap lag die AfD in Sachsen-Anhalt zuletzt mit 41 Prozent deutlich vor der CDU (26 Prozent) und den Linken (12). Die AfD benennt eine Alleinregierung als ihr Ziel. Die Landtagswahl ist für den 6. September angesetzt. In Sachsen-Anhalt regiert aktuell ein Bündnis aus CDU, SPD und FDP.

Schulze warnt vor Personalplänen der AfD

Schulze äußerte auch Kritik an möglichen Personalplänen der AfD. „Ich bin ziemlich sicher, dass diese Menschen dann nicht aus Sachsen-Anhalt kämen, sondern dass quasi Frau Weidel aus der Schweiz heraus abordnen würde und sagen würde, wer denn in Sachsen-Anhalt Führungskräfte sein sollen“, sagte Schulze mit Blick auf AfD-Parteichefin Alice Weidel. „Ich hab da überhaupt keine Lust drauf.“

Schulze warnte davor, dass im Falle einer AfD-Regierung zentrale Posten mit Politikern von außerhalb besetzt werden könnten. „Die Menschen sollten das schon wissen in Sachsen-Anhalt, was dann auf sie zukäme“, so der CDU-Spitzenkandidat.

Die ntv Sendung „Pinar Atalay“ wird am Montag, 18. Mai 2026 um 20.15 Uhr und 23.30 Uhr auf ntv ausgestrahlt, auf YouTube sowie auf der Streamingplattform RTL+.

Transparenzhinweis: ntv gehört wie der stern zu RTL Deutschland.

DPA
pgo

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