Bahnverkehr Tschüss Diesel: Erste Akkuzüge in Sachsen im Einsatz

In den kommenden Monaten sollen die bisherigen Doppelstockzüge auf der Strecke Leipzig-Chemnitz komplett durch neue Akkuzüge abg
In den kommenden Monaten sollen die bisherigen Doppelstockzüge auf der Strecke Leipzig-Chemnitz komplett durch neue Akkuzüge abgelöst werden. Foto
© Hendrik Schmidt/dpa
In Sachsen haben die ersten Akkuzüge den Linienbetrieb aufgenommen. Zwischen Chemnitz und Leipzig werden sie bis Sommer die bisherigen Doppelstockzüge komplett ersetzen.

Premiere in Sachsen: Bahnreisende zwischen Chemnitz und Leipzig fahren fortan in neuen Akkuzügen. Der erste dieser Art vom Typ Coradia Continental der Firma Alstom ist am Montag 5.31 Uhr am Hauptbahnhof Chemnitz abgefahren. Bisher fuhren sie auf der Strecke nur zur Schulung der Mitarbeiter und für Testfahrten - nun haben sie den regulären Fahrplanbetrieb übernommen. Bis Mitte Juni sollen insgesamt elf solche Züge die bisher auf der Linie RE 6 fahrenden Diesel-Doppelstockzüge komplett ersetzen, teilte der Verkehrsverbund Mittelsachsen (VMS) mit.

Der RE 6 verbindet die beiden Großstädte Chemnitz und Leipzig und wird auch von vielen Pendlern genutzt. Für den Wirtschaftsraum Chemnitz ist er zugleich eine wichtige Anbindung zum Fernverkehrsknoten Leipzig. Doch die rund 80 Kilometer lange Strecke ist eingleisig und ohne Oberleitung. Außerdem sorgte in den vergangenen Jahren die veraltete Technik der dort fahrenden Züge immer wieder für Probleme und Beschwerden. 

Auslieferung der neuen Züge mehrfach verschoben

Die neuen Züge sollen da Abhilfe schaffen. Allerdings kommen sie mit reichlich Verspätung. Eigentlich hatten sie schon ab Dezember 2023 fahren sollen, doch der Hersteller musste die Auslieferung immer wieder verschieben. Die Züge haben Akkus auf dem Dach, die während des Halts am Bahnhof geladen werden. Die Reichweite beträgt den Angaben zufolge bis zu 120 Kilometer. Sie fahren laut VMS in sogenannter Doppeltraktion mit jeweils 300 Sitzplätzen. 

Fahrgastverband: "ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung"

"Nach jahrelangem Einsatz veralteter und unzuverlässiger Technik ist dies ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung", konstatierte der Vorsitzende des Fahrgastverbands Pro Bahn Mitteldeutschland, Markus Haubold, zum Start der neuen Züge. "Es werden endlich keine Züge mehr eingesetzt, für die sich Stadt und Region schämen müssen." 

Allerdings dringt die Bahninitiative Chemnitz, ein Bündnis, das sich für eine bessere Anbindung der Region Chemnitz an den Bahn-Fernverkehr starkmacht, auf mehr Tempo bei Planung und Ausbau der Bahnstrecke Chemnitz-Leipzig. Nur so könne die Kapazität insgesamt erweitert werden hin zu einem Halbstundentakt. "Die neuen Akkuzüge sind ein erster richtiger Schritt", sagte Sprecher Sebastian Drechsler. "Nun müssen weitere folgen, um tatsächlich eine Kehrtwende für diese wichtige Bahnverbindung zu erreichen."

dpa