Die marode Agra-Brücke an der Bundesstraße 2 in Markkleeberg soll bis Ende 2031 durch ein neues Bauwerk ersetzt werden. Das stellte Verkehrsministerin Regina Kraushaar (CDU) nach der Kabinettssitzung in Dresden klar. Sie hatte zuvor die Regierung über den aktuellen Stand zur Brücke informiert. "Die Planung für Abriss und die Planung für den Ersatzneubau sind bereits ausgelöst", sagte die Ministerin. Wenn man sich nah am ursprünglichen Brückenbau orientiere, werde auch kein neues Planfeststellungsverfahren notwendig. Gestalterisch gebe es dennoch andere Möglichkeiten.
Arbeiten beginnen im kommenden Jahr
Nach Angaben von Kraushaar soll ab 2027 zunächst der westliche Brückenzug abgerissen und erneuert werden, ab 2029 dann der östliche. 2031 soll die neue Brücke dann vollendet sein. Die Kosten werden auf rund 50 Millionen Euro beziffert und vom Bund getragen. Eine Tunnelvariante hätte Mehrkosten von 140 Millionen Euro bedeutet, betonte die Ministerin. Man habe dafür kein Geld und bekäme es auch nicht vom Bund erstattet. Zudem verlängere sich die Bauzeit bei einem Tunnel um acht Jahre.
Hennigsdorfer Stahl wie bei Carolabrücke
Schon seit vielen Jahren gibt es Diskussionen um den Zustand der Agra-Brücke. Sie wurde 1976 erbaut und enthält sogenannten Hennigsdorfer Spannstahl – ein Material, das auch bei der eingestürzten Carolabrücke in Dresden verwendet worden war. Die Agra-Brücke ist seither eine von 19 Brücken in Sachsen, die unter besonderer Beobachtung stehen. Um das Bauwerk zu entlasten, dürfen seit Mitte November nur noch Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen über die Brücke fahren.
Die 357 Meter lange Agra-Brücke ist ein Nadelöhr für den Verkehr, der aus südlicher Richtung nach Leipzig fährt. Dem Ministerium zufolge passieren täglich rund 30.000 Fahrzeuge die Brücke. Schon lange darf sie nur mit Tempo 60 befahren werden.