Energiewende 1,6 Millionen Euro für Chemnitzer Wasserstoffproduktion

Ein Elektrolyseur soll den in Chemnitz entstehenden Wasserstoff-Campus künftig mit grünem Wasserstoff aus erneuerbaren Energien
Ein Elektrolyseur soll den in Chemnitz entstehenden Wasserstoff-Campus künftig mit grünem Wasserstoff aus erneuerbaren Energien versorgen. (Symbolbild) Foto
© Monika Skolimowska/zb/dpa
Ein neuer Elektrolyseur soll künftig grünen Wasserstoff aus erneuerbaren Energien erzeugen. Das Projekt ist ein weiterer Schritt im Aufbau eines von vier deutschen Wasserstoffzentren in Chemnitz.

Der Chemnitzer Energieversorger Eins erhält rund 1,6 Millionen Euro für den Bau eines Wasserstoff-Elektrolyseurs und die Umrüstung bestehender Erdgasleitungen zur Nutzung mit grünem Wasserstoff. Zwei entsprechende Fördermittelbescheide hat das sächsische Infrastrukturministerium an das Unternehmen übergeben. 

Der Freistaat fördert mit dem Bau der Anlage die weitere Entwicklung des ersten von bundesweit vier neuen Wasserstoffzentren, das in Chemnitz im vergangenen Jahr den Betrieb aufgenommen hat. "Das Projekt leistet einen wichtigen Beitrag zur Stärkung des Forschungsstandortes Chemnitz und zur Entwicklung einer wasserstoffbasierten Industrie in Sachsen", sagte Staatssekretär Sören Trillenberg. 

Insgesamt will Eins 2,68 Millionen Euro in den Elektrolyseur investieren, hinzu kommen weitere 600.000 Euro in die Umrüstung von Leitungen, teilte das Unternehmen auf Anfrage mit. Bei voller Auslastung könnten jährlich bis zu 36 Tonnen Wasserstoff erzeugt werden. Der Strom dafür werde dem öffentlichen Netz entnommen. 

Mit Herkunftsnachweisen aus eigenen oder fremden Anlagen zu erneuerbaren Energien würden die Kriterien erfüllt, dass der Wasserstoff als grün - also erzeugt mit Strom aus erneuerbaren Quellen - gelte. Grüner Wasserstoff gilt als wichtiger Baustein, um Industrie und Verkehr klimaneutral zu machen. So soll er künftig Energie für die chemische und die Stahl-Industrie liefern.

Anlage soll Wasserstoff-Campus bis in die 2030er Jahre versorgen

Die Fördermittel stammen aus dem Just Transition Fund (JTF) der Europäischen Union zur Unterstützung des Übergangs zu einer klimaneutralen Wirtschaft, teilte das Ministerium weiter mit. Eins Energie plant den Angaben zufolge einen Elektrolyseur mit 240 Kilowatt Elektrolyseleistung. Ein nachgeschalteter stationärer Wasserstoffspeicher soll rund 115 Kubikmeter (etwa 330 Kilogramm) des Energieträgers speichern. Der erste Kunde sei das Wasserstoffzentrum (Hydrogen Innovation Center - kurz HIC), hieß es weiter.

Chemnitz ist einer von vier Standorten des nationalen Innovations- und Technologiezentrums (ITZ) Wasserstoff des Bundes. In mehreren Bauabschnitten soll bis 2029 am Technologie-Campus der Stadt ein Neubau entstehen. Dort werden nach Angaben des Trägervereins HZwo rund 100 Menschen arbeiten. Durch das Wasserstoffprojekt von Eins Energie sei die Grundlastversorgung des Baugebietes mit Wasserstoff bis in die 2030er Jahre gesichert und könne perspektivisch weiter erhöht werden, so das Ministerium. 

Insgesamt 645 Millionen Euro EU-Mittel für Kohleausstieg in Sachsen

Das HIC in Chemnitz soll vor allem kleine und mittlere Unternehmen sowie Start-ups unterstützen, sich neue Geschäftsfelder zu Wasserstofftechnologien zu erschließen. Dazu entstehen Labore, Prüfstände und Werkstätten, mit denen neue Technologien und Produkte effizient bis zur Marktreife entwickelt werden sollen.

Insgesamt erhalten die sächsischen Braunkohleregionen für den Strukturwandel EU-Mittel in Höhe von 645 Millionen Euro bis 2027, teilte das Ministerium weiter mit. Der Großteil davon - 375 Millionen Euro - geht ins Lausitzer Revier. Das Mitteldeutsche Revier erhält 200 Millionen Euro, die Stadt Chemnitz 70 Millionen Euro.

dpa