Dem beherzten Eingreifen von sechs jungen Leuten ist es wohl zu verdanken, dass der Brand in einem Chemnitzer Pflegeheim nicht noch mehr Opfer forderte. Nach Angaben der Polizeidirektion waren sie zufällig in der Nähe des Brandortes und sprangen sofort als Ersthelfer ein. Zuerst hatte die Chemnitzer "Freie Presse" über die mutige Tat berichtet.
Allerdings gingen die aus Dresden und Sebnitz stammenden Helfer nicht ganz unvorbereitet in den Einsatz. Sie hatten sich über den Bundesfreiwilligendienst für den Rettungsdienst beim Deutschen Roten Kreuz in Dresden entschieden und waren gerade auf einem Lehrgang in Chemnitz. Eigentlich hatten sie am Nachmittag einen Kaffee trinken wollen, dann aber Rauch aus einem Fenster des Pflegeheims qualmen sehen.
19-Jähriger bekämpft mit Feuerlöscher die Flammen
Laut Polizei unterstützten zwei der Ersthelfer den Einsatz außerhalb des Gebäudes. Vor Eintreffen der Feuerwehr waren die restlichen vier aus der Gruppe aber schon in dem Pflegeheim nach oben geeilt, um Bewohner in Sicherheit zu bringen. Ein 19-Jähriger sei sogar bis zum eigentlichen Brandherd im zweiten Stock gerannt und habe dort die Flammen mit einem Feuerlöscher bekämpft.
Bei dem Brand war ein 84 Jahre alter Bewohner ums Leben gekommen. Nach Angaben der Polizei erlitten sieben weitere Menschen Verletzungen, drei von ihnen wurden in Krankenhäuser gebracht. Unter den Verletzten seien Heimbewohner und Pflegekräfte, hieß es am Donnerstagabend. Lebensgefahr bestehe bei keinem von ihnen. Das Heim sei noch bewohnbar, die Bewohner konnten wieder in ihre Zimmer zurückkehren.
Die Brandursache stand am Freitagvormittag noch nicht fest. Darstellungen, wonach der 84-Jährige in seinem Zimmer geraucht haben soll, bestätigte die Polizei nicht.