Karneval
Karnevalsverbände pochen auf Anerkennung ihrer Tradition

Über die Bewerbung als immaterielles Kulturerbe soll die Kulturministerkonferenz bis März 2027 entscheiden. (Archivbild) Foto: R
Über die Bewerbung als immaterielles Kulturerbe soll die Kulturministerkonferenz bis März 2027 entscheiden. (Archivbild) Foto
© Robert Michael/dpa
Ohne Karneval keine Feste? Sachsens Karnevalisten kämpfen um mehr als nur Pappnasen – sie wollen ihr Kulturerbe offiziell anerkannt sehen. Was steckt hinter ihrem Antrag?

Sachsens Karnevalisten drängen auf die Anerkennung ihrer jahrhundertealten Tradition als immaterielles Kulturerbe. Es sei wichtig, dass die umfangreiche, ehrenamtliche Kinder- und Jugendarbeit auch unter dem Aspekt der Kulturförderung betrachtet und anerkannt wird, wie der Präsident des Verbandes Sächsischer Carneval, Jörg Weiser, sagte. Die ostdeutschen Karnevalsverbände hatten einen entsprechenden Antrag im vergangenen Herbst eingereicht.

Karnevalsvereine werden seinen Angaben zufolge als "Geselligkeitsvereine" bei der Beantragung von Fördermitteln abgewiesen. "Dabei wären Feste oder Märkte außerhalb der Brauchtumszeit unserer Vereine in manchen Gegenden ohne uns nicht vorstellbar", betonte Weiser. Über die Bewerbung soll die Kulturministerkonferenz bis März 2027 entscheiden.

Die historischen Wurzeln des ostdeutschen Karnevals liegen zwischen Hofkultur und Volksbrauch. Erste Belege finden sich bereits ab Ende des 14. Jahrhunderts, etwa beim "Unweisen Rat" in Königsee (1391) oder einer Wasunger Quittung über ein Fass Bier (1524). Die Bräuche entwickelten sich aus vorchristlichen Winteraustreibungsritualen, später auch im Umfeld höfischer Feste.

Besonders in Sachsen, Thüringen und Brandenburg entstanden an den Fürstenhöfen von Dresden, Weimar, Gotha und Potsdam sogenannte Redouten – also Masken- und Tanzveranstaltungen. Diese höfischen Feiern wurden auf die Bevölkerung übertragen.

dpa

Mehr zum Thema