Technologisch steht der sächsischen Wirtschaft der Weg zur Klimaneutralität offen, laut einer Studie bestehen bei der Umsetzung jedoch Probleme. "Die Dekarbonisierung der sächsischen Wirtschaft ist technisch möglich, aber wirtschaftlich, regulatorisch und infrastrukturell mit Hürden verbunden", bilanzieren die Autoren einer Studie der Sächsischen Energieagentur (SAENA).
Dekarbonisierung bezeichnet die Abkehr von Kohlenstoff in Wirtschaft und Energiegewinnung, um den klimaschädlichen CO2-Ausstoß zu reduzieren - etwa durch Wind- und Solarenergie anstelle von Kohle, Öl und Gas.
Netzausbau dringend erforderlich
Dekarbonisierungstechnologien seien verfügbar, heißt es in der Studie. Jedoch behinderten die Verfügbarkeit von Netzanschlusskapazitäten, Planungs- und Genehmigungsprozesse sowie die höheren Kosten von Strom im Vergleich zu Erdgas die Umsetzung. Unter anderem sei wegen zunehmender Elektrifizierung ein effizienter Netzausbau dringend erforderlich.
In 13 branchenspezifischen Steckbriefen stellt die Studie technologische Optionen, Kostenentwicklungen und branchentypische Anforderungen vor. Sie sollen Unternehmen als erster Anhaltspunkt dienen. Anhand von standortspezifischen Transformationsplänen oder Machbarkeitsstudien könnten sie in konkret umsetzbare Konzepte überführt werden, heißt es.
Energieeffizienz mit großem Einsparpotenzial
Branchenübergreifend werden Energieeffizienzmaßnahmen, wie etwa die Abwärmenutzung, empfohlen. Sie ließen sich oft schneller und einfacher umsetzen lassen als Transformationsmaßnahmen und könnten gleichzeitig rentabel sein können. In nahezu allen Bereichen könne man sich potenziell mehr als 60 Prozent Strom einsparen, bei Beleuchtung und Raumwärme seien die Einsparungen durchschnittlich am größten.
Die Studie "Dekarbonsierungsoptionen für die sächsische Wirtschaft" wurde vom Wirtschaftsministerium in Auftrag gegeben. Die Autoren analysierten, wie Unternehmen und Handwerksbetriebe auf ihrem Weg zur Dekarbonisierung konkret unterstützt werden können. Bis 2045 will Deutschland klimaneutral sein, also nicht mehr Treibhausgase ausstoßen als wieder gespeichert werden können.