Das Opfer der Messerattacke in einer Dresdner Straßenbahn im August 2025 wird ein Leben lang von der Tat gezeichnet bleiben. Der 21 Jahre alte Notfallsanitäter John Rudat aus New York sagte im Prozess am Dresdner Landgericht gegen die beiden Angeklagten aus und schilderte den Vorfall aus seinem Erleben. Er hatte demnach eine Frau in der Tram schützen wollen und war dabei attackiert worden. Die Narbe einer Schnittverletzung an der Nase will er aber nicht in einer Schönheitsoperation eliminieren lassen.
Opfer wollte einer jungen Frau zu Hilfe kommen
Die Narbe sei für ihn "okay", sagte Rudat. Er wolle sie "als Erinnerung" behalten. Sie stehe für etwas, das er noch heute als richtig empfinde, sagte er mit Blick auf sein damaliges Handeln. Seine Narbe fühle sich an wie ein Symbol dafür. Er selbst empfinde sich aber nicht als Held. Er habe das getan, was wohl jeder in dieser Situation getan hätte. Seinen Job als Model könne er jedoch seitdem nicht mehr ausüben, er werde wegen der Verletzung nicht mehr gebucht.
Beschuldigte zeigen Reue
Die Staatsanwaltschaft wirft den beiden aus Syrien stammenden Beschuldigten gefährliche beziehungsweise schwere Körperverletzung sowie weitere Straftaten vor. Vor Gericht zeigten sie Reue und entschuldigten sich. Sie gaben an, betrunken gewesen zu sein. Derjenige, der mit dem Messer zugestochen haben soll, berichtete auch von Drogenkonsum am Tag der Tat. Deshalb könne er sich auch nicht mehr an das Geschehen an dem betreffenden Abend erinnern.
"Ich weiß nicht, wie ich mich entschuldigen kann", sagte er. Es tue ihm sehr leid. Er würde die Zeit gern zurückdrehen und habe sein Leben an Alkohol und Drogen verloren. "Drogen sind keine Entschuldigung, aber eine Erklärung." Er habe selbst nicht daran glauben können, dass er eine solche Tat begangen habe, dann aber auf einem Video sein Gesicht gesehen.
Opfer nahm Messer zunächst gar nicht wahr
Die Tat geschah in der Nacht zum 24. August 2025. Der junge Amerikaner war mit zwei Begleitern unterwegs und ging nach eigenem Bekunden dazwischen, als eine junge Frau von einem der Angeklagten angeschrien und geschlagen wurde. Auch er sei von diesem Mann geschlagen worden, gab er zu Protokoll. Plötzlich habe er seitlich ein Klickgeräusch wie von einem Springmesser gehört.
Dann habe der andere Mann in sein Gesicht gelangt. "Es fühlte sich eher wie ein schwacher Schlag an." Das Messer habe er nicht wahrgenommen. Danach habe sich sein Gesicht aber taub und feucht angefühlt.
Notoperation nach Messerangriff
Das Opfer schilderte Schnittverletzungen am Augenlid, an der Nase und Lippe sowie im Mund. Wenn er sich nach dem Klickgeräusch nicht schnell weggedreht hätte, wäre er wohl mit dem Messer an der Halsschlagader getroffen worden.
Bei einer Notoperation sei die Wunde mit 40 Stichen genäht worden. Zunächst habe er nicht durch die Nase atmen können, heute habe er aber keine Probleme mehr damit. Zudem schilderte er psychische Auswirkungen. Er schaue seither bewusster darauf, was um ihn herum geschehe. Ängstlich sei er aber nicht.
Die beiden Angeklagten sind geringfügig vorbestraft und befinden sich in Untersuchungshaft. Da es sich bei ihnen um Heranwachsende handelt, wird vor einer Jugendkammer verhandelt. Ein Termin für die Urteilsverkündung steht noch nicht fest.