"Generation Deutschland" Neue AfD-Jugend in Thüringen setzt auf altes Personal

Die Polizei sicherte die Veranstaltung ab. Foto: Michael Reichel/dpa
Die Polizei sicherte die Veranstaltung ab. Foto
© Michael Reichel/dpa
Die "Junge Alternative" ist Geschichte. Die AfD setzt auch in Thüringen auf einen neuen Jugendverband unter dem Namen "Generation Deutschland".

Die Thüringer AfD hat einen neuen Jugendverband. In Ilmenau gründete sich die Jugendorganisation "Generation Deutschland", wie Landessprecher Stefan Möller sagte. Zur Vorsitzenden sei Carolin Lichtenheld gewählt worden, die im Kreistag von Schmalkalden-Meiningen sitzt. Stellvertreter wurde den Aussagen zufolge Eric Engelhardt. 

Altes Spitzenpersonal

Damit setzt die AfD-Jugend in Thüringen auf dasselbe Spitzenpersonal wie zuvor, als die Jugendorganisation noch unter dem Namen "Junge Alternative" (JA) firmierte. Engelhardt war bis zur Auflösung der JA vergangenes Frühjahr erster Landesvorsitzender, Lichtenheld zweite Vorsitzende. 

Bei der Gründungsversammlung in Ilmenau waren laut Möller rund 40 Stimmberechtigte anwesend. Zusätzlich seien neben ihm auch Landeschef Björn Höcke, weitere Thüringer Bundestagsabgeordnete oder auch der Europaabgeordnete René Aust vor Ort gewesen.

Proteste vor Veranstaltungsort

Vor dem Veranstaltungsort kamen nach Polizeiangaben am Morgen rund 180 Menschen zu einer Kundgebung zusammen. Es sei alles friedlich verlaufen, die Veranstaltung sei nicht gestört worden.

Ende November vergangenen Jahres war die bundesweite Gründung der neuen AfD-Jugend in Gießen von massiven Protesten begleitet worden. Es kam dabei auch zu gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Polizei und Demonstranten. 

Engere Bindung an die Partei

Die Vorgängerorganisation JA hatte sich vergangenes Frühjahr aufgelöst, nachdem sich die AfD auf Bundesebene von ihr getrennt hatte. Als eigenständiger Verein war die vom Verfassungsschutz als erwiesen rechtsextremistisch eingestufte JA nur lose an die AfD angebunden gewesen. Negative Schlagzeilen fielen somit oft auf die Bundespartei zurück. Als Verein lief die JA auch Gefahr, verboten zu werden, da die rechtliche Hürde hier nicht so hoch ist wie bei einer Partei.

Die Nachfolgeorganisation soll nun enger an die Partei gebunden werden. Der AfD-Landesverband in Thüringen wird vom Landesverfassungsschutz ebenfalls als gesichert rechtsextremistisch eingestuft.

Thüringens Landesverfassungsschutz-Chef Stephan Kramer hatte schon nach der bundesweiten Gründungsveranstaltung im Herbst dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) gesagt, eine erste Sichtung der Beiträge und Auftritte bei der Veranstaltung zeige "weder eine Mäßigung noch eine Distanzierung oder gar Wandlung" gegenüber der "Jungen Alternative". Man müsse "wohl doch eher von einer Nachfolgeorganisation, diesmal unter dem Schutz des grundgesetzlichen Parteienprivilegs als Jugendorganisation der AfD, ausgehen".

dpa