Außerhalb des Unterrichts
Vielfalt für Schüler: Wie Arbeitsgemeinschaften begeistern

In Schul-AGs experimentieren Schülerinnen und Schüler, werkeln, spielen Theater und vieles mehr. (Symbolbild) Foto: Matthias Bal
In Schul-AGs experimentieren Schülerinnen und Schüler, werkeln, spielen Theater und vieles mehr. (Symbolbild) Foto
© Matthias Balk/dpa

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Sie singen und spielen Instrumente, sie basteln und werkeln, sie tanzen und programmieren und machen noch viel mehr: Was mehrere tausend Thüringer Schüler in Schul-Arbeitsgemeinschaften erleben.

Dienstags Fußball, an Donnerstagen Töpfern, Chor am Freitag oder montags Kung Fu und am Mittwoch DJ-Kurse? Vor so einer Auswahl stehen Thüringer Schülerinnen und Schüler mitunter, wenn sie Arbeitsgemeinschaften (AG) an ihren Schulen besuchen wollen. 

In Zahlen übersetzt heißt das: 5.930 AG-Gruppen mit rund 73.330 belegten Teilnehmer-Plätzen hat das Bildungsministerium im laufenden Schuljahr gezählt. Dabei nimmt das Angebot zu: Im Vergleich zum Schuljahr 2023/24 stieg die Zahl der Gruppen um 470, die der belegten Plätze um rund 7.040. AG-Teilnahmen werden im Jahreszeugnis der Schülerinnen und Schüler vermerkt.

„Da können sie aus sich herauskommen“

Dabei geht es bei den AGs längst nicht nur darum, den Kindern Wissen und Techniken außerhalb des Unterrichts zu vermitteln und sie etwa an Nachmittagen zu beschäftigen. „Was den Kindern etwa guttut, ist die Theater-AG: Da können sie aus sich herauskommen und dabei sprachliche Kompetenzen erweitern und stärken“, sagt Angela Gerst, Leiterin der Martinischule in Mühlhausen.

Gerst erklärt auch, dass sich Schul-Arbeitsgemeinschaften heute nicht mehr so trennscharf vom restlichen Schulbetrieb abgrenzen ließen wie früher. „Das vermischt sich jetzt mit dem Hort, der offenen Ganztagsschule.“ Zudem seien auch mehr Kooperationen mit außerschulischen Partnern und Aktivitäten dazu gekommen. „Mit dem Chor gehen wir etwa in Altenheime“, so Gerst. 

Sport-, Sanitäts- und Sprachangebote

Auch das Bildungsministerium macht auf Veränderungen aufmerksam: Hatten vor zehn Jahren überwiegend Lehrer die Leitung von Arbeitsgemeinschaften inne, liege die Verantwortung inzwischen häufig auch bei sonstigem Personal. So können etwa Sozialpädagogen, die den Hort verantworten, auch Arbeitsgemeinschaften anbieten.

Teilweise können auch externe Kräfte wie Sportvereine Angebote machen. Manche Schulen arbeiten zudem mit Sanitätsdiensten zusammen, um etwa Erste-Hilfe-Kenntnisse zu vermitteln und zu vertiefen. Das letzte Wort bei Angeboten von Arbeitsgemeinschaften hat laut Thüringer Schulordnung die jeweilige Lehrerkonferenz.

Die Angebote können sich deshalb von Schuljahr zu Schuljahr ändern oder nur einen Teil des Schuljahrs laufen. Vieles falle und stehe mit den jeweiligen Lehrerinnen und Lehrern und deren Bereitschaft und Ideen für AGs, heißt es etwa vom Evangelischen Ratsgymnasium in Erfurt. Dort bietet ein sprachbegeisterter Lehrer neben Französisch und Spanisch etwa auch Rumänisch und Niederländisch als AG an.

Zum Angebot gehören außerdem Schülerzeitungen, Schach, Programmieren, Schnitzen, Nachhaltigkeit und Natur. Durch die Bank dominieren aber vor allem sportliche, musische und sonstige künstlerische Themen die AG-Angebote laut Bildungsministerium.

dpa