Die schwarz-rote Koalition will die Preise für Diesel und Benzin drücken und dafür die Energiesteuer für zwei Monate senken. "Danach wird automatisch wieder der alte Steuersatz gelten. Das bedeutet ehrlicherweise, dass jedenfalls dann die Preise auch wieder steigen werden", sagte Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) bei einer Pressekonferenz. Drohen nun Hamsterkäufe? Warum sich das aus Sicht von Experten kaum lohnen dürfte.
Darf ich Benzin und Diesel in meiner Garage lagern?
Ja, aber es gibt Regeln. Ein Blick in die Thüringer Garagenverordnung gibt Aufschluss. Dort steht, dass in Mittel- und Großgaragen brennbare Stoffe außerhalb von Kraftfahrzeugen nicht aufbewahrt werden dürfen. "In Kleingaragen dürfen bis zu 200 Liter Dieselkraftstoff und bis zu 20 Liter Benzin in dicht verschlossenen, bruchsicheren Behältern aufbewahrt werden." Kleingaragen haben in Thüringen eine Nutzfläche von bis zu 100 Quadratmetern, Mittelgaragen zwischen 100 und 1000 Quadratmetern und Großgaragen von mehr als 1000 Quadratmetern.
Warum kann mehr Diesel als Benzin aufbewahrt werden?
Diesel ist schwerer entflammbar als Benzin, darauf macht der TÜV Thüringen aufmerksam. Allerdings muss auch der Diesel in dafür geeigneten Behältern gelagert werden.
Lohnt sich das Einlagern von Kraftstoff?
Wer größere Mengen Sprit zu Hause einlagern will, geht eine Wette ein, dass die Diesel- und Benzinpreise nach dem Ende der Steuererleichterung wieder deutlich ansteigen. Marcel Schauffler vom TÜV Thüringen rät von Hamsterkäufen ab. "Das private Einlagern von Benzin oder Diesel ist weder wirtschaftlich sinnvoll noch empfehlenswert", sagte Schauffler. Niemand wisse, ob die Preise nicht bald wieder sinken.
Auch langfristig sei durch eine private Kraftstofflagerung kein wesentliches Sparpotenzial möglich, zumal es auch Gefahren gebe. "Generell müssen Diesel und Benzin aus Sicherheitsgründen immer in dafür zugelassenen, luftdichten und bruchsicheren Reservekraftstoff-Kanistern (RKK) gelagert werden", betont der Experte. Bei falscher Handhabung könnten giftige Dämpfe austreten oder gar ein explosives Luftgemisch entstehen, gibt er zu Bedenken.
In welchen Kanistern kann Kraftstoff gelagert werden?
Laut TÜV Thüringen sind geeignete Kanister an einer "RKK-Zulassung und dem Flammsymbol" erkennbar. "Kunststoffkanister lassen sich zudem meist nie völlig luftdicht verschließen, was sich auch negativ auf die Kraftstoffqualität auswirken kann", warnt Schauffler. Nur wenn die Kanister luftdicht sind, können Kraftstoffe über längere Zeiträume eingelagert werden. Mieter müssten zudem beachten, dass viele Vermieter die Lagerung aus Brandschutzgründen in der Hausordnung untersagen.