Neue Funktion freigeschaltet
KI-Bot für Schulen bringt Ideen aus anderen Ländern

Neue Funktion: Lehrer können zukünftig über den Chatbot "Telli" Unterrichtsmaterialien und Vorlagen austauschen. (Symbolbild) Fo
Neue Funktion: Lehrer können zukünftig über den Chatbot "Telli" Unterrichtsmaterialien und Vorlagen austauschen. (Symbolbild) Foto
© Carmen Jaspersen/dpa

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An Thüringer Schulen wird der KI-Assistent "Telli" eingeführt – mit dessen Hilfe sich Lehrer auch Anregungen aus anderen Bundesländern holen können. Und bald soll noch eine weitere Funktion kommen.

Mit der Einführung des Chatbots "Telli" an den Schulen im Freistaat wird dort auch eine neue Funktion freigeschaltet: Lehrer können von ihnen erstellte Vorlagen künftig mit anderen Lehrkräften aus dem gesamten Bundesgebiet teilen – und ihre eigenen Vorlagen weiterleiten. Derzeit müssten Lehrkräfte dazu noch auf ihre persönlichen Netzwerke und Bekanntschaften zurückgreifen, sagte eine Sprecherin des Entwicklungsinstituts der Deutschen Presse-Agentur. "Perspektivisch ist vorgesehen, "Telli" um Community-Funktionen zu erweitern, über die sich Lehrkräfte bundesweit leichter vernetzen und austauschen könnten."

Link an andere Lehrkräfte weiterreichen

Zum Teilen von bereits existierenden Vorlagen müssen Lehrer den Angaben nach lediglich einen Link an ihre Kolleginnen und Kollegen weitergeben. "So entstehen aus einzelnen Unterrichtsideen kollaborativ genutzte und individuell verfeinerte Materialien, die flexibel angepasst und im eigenen Kontext eingesetzt werden können", hatte das Entwicklungsinstitut vor wenigen Tagen mitgeteilt.

Bei "Telli" handelt es sich um einen KI-gestützten Assistenten, der nach Angaben des Thüringer Bildungsministeriums nun auch an den Schulen im Freistaat eingeführt wird. Er greift auf bekannte Modelle von Künstlicher Intelligenz wie das von ChatGPT zurück, beschränkt aber gleichzeitig das, was dort ausgegeben wird. Wenn Schüler "Telli" eine Frage stellen, beantwortet die KI diese deshalb oft nicht sofort, sondern gibt den Schülern zum Beispiel Hinweise dazu, wie sie die Fragestellung beantworten können. Maßgeblich entwickelt wird "Telli" durch das Institut für Film und Bild in Wissenschaft und Unterricht, das als Medieninstitut aller 16 Bundesländer agiert.

Minister: "historischer Schritt"

Mit "Telli" arbeiten können Schüler nur, wenn ein Lehrer ihnen dazu eine Lernumgebung erstellt. Dort können sie dann zum Beispiel mit der Simulation einer historischen Persönlichkeit chatten.

Thüringens Bildungsminister Christian Tischner (CDU) hatte die Einführung von "Telli" mit einer Revolution verglichen. Es sei ein "historischer Schritt", dass von nun an ein datenschutzkonformer Chatbot für die Schulen im Land zur Verfügung stehe, sagte er. Der Schritt sei vergleichbar mit der Einführung von Schreibheften an Schulen, nachdem junge Menschen zuvor auf Schiefertafeln das Schreiben gelernt hätten.

dpa