Rücktritt als Fraktionschef
Augsten will BSW-Profil bei Agrar- und Umweltthemen stärken

Frank Augsten gibt den Vorsitz der Thüringer BSW-Fraktion ab. Foto: Jacob Schröter/dpa
Frank Augsten gibt den Vorsitz der Thüringer BSW-Fraktion ab. Foto
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Frank Augsten zieht sich von der Spitze der Thüringer BSW-Fraktion zurück. Künftig will er sich verstärkt um seine fachpolitischen Themen wie Landwirtschaft und Umweltpolitik kümmern.

Der BSW-Politiker Frank Augsten will sich künftig stärker als bisher bei Agrar- und Umweltthemen einbringen. "Die fachpolitische Arbeit ist komplett hinten runter gefallen", sagte Augsten nach einer Fraktionssitzung, in der er seinen Rücktritt als Vorsitzender bekannt gegeben hatte. Wenn er von seiner Fraktion einfordere, dass das BSW mehr Profil zeigen müsse, dann treffe das für ihn genauso zu, erläuterte Augsten Gründe für seinen Rücktritt. "Ich besetze nunmal Themen, die im Parlament sehr schwach vertreten sind, also Umwelt, Landwirtschaft und Erneuerbare Energien. Ich glaube, da müssen wir sehr viel mehr machen als bisher", sagte er.

Keine Parteigründe für Entschluss

Für seine Entscheidung habe es keine Anregungen aus der Fraktion gegeben, sagte Augsten auf eine entsprechende Frage. "Also da gibt es überhaupt keine Parteigründe, kein Groll, gar nichts", sagte er. Vielmehr habe er gerade nach einer Fraktionsklausur den Eindruck, dass die Fraktion stehe. Er übergebe "einen gut bestellten Acker". Den Fraktionsvorstand habe er bereits im Februar über seine Entscheidung informiert.

Augsten war im Dezember 2024 zum Fraktionschef gewählt worden und folgte damals auf Katja Wolf, die das Amt im Zuge der Regierungsbildung abgab. Wolf ist in Thüringen Finanzministerin. Vor seiner politischen Karriere beim BSW war Augsten viele Jahre Grünen-Mitglied und saß für diese Partei auch schon als Abgeordneter im Landtag. 

Fachpolitische Arbeit vermisst

In seinem Statement nach Bekanntgabe seines Rücktritts in der Fraktion, sagte Augsten, er habe die fachpolitische Arbeit vermisst. Auch seine Präsenz in seinen Wahlkreisbüros sei zu kurz gekommen. "Ich war früher als Grüner Abgeordneter jede Woche in meinem Büro und jetzt war ich sechsmal in einem Jahr. Also das geht auch nicht. Ich habe da eine Verantwortung für die Region."

dpa