Das Thüringer Umweltministerium sieht die Kranichpopulation durch den hiesigen Vogelgrippeausbruch 2025 nicht in Gefahr. Mit schätzungsweise etwa 1.000 toten Tieren habe sich das Virus zwar deutlich auf die in Thüringen rastenden Vögel ausgewirkt, hieß es aus dem Ministerium auf Anfrage.
Jährlich rasteten aber rund 30.000 bis 40.000 Kraniche in Thüringen. So gesehen machten die gestorbenen Tiere einen Anteil von unter drei Prozent aus. "Daher ist davon auszugehen, dass der Ausbruch die Population in Thüringen insgesamt kaum beeinflusst", so die Einschätzung aus dem Ministerium.
Hunderte tote Vögel am Stausee Kelbra
Im November schockierten etwa Bilder vom Stausee Kelbra: Dort waren Hunderte Kraniche auf dem Weg ins Winterquartier Richtung Süden nach dem Ausbruch der Geflügelpest verendet.
Der Naturschutzbund Nabu Deutschland hatte Anfang November mitgeteilt, dass die damals aktuelle Geflügelpest-Pandemie (H5N1) besonders Kraniche betreffe. Als Grund vermutete die Organisation etwa, dass die Art anfällig für die Geflügelpest sei und das Verhalten der Kraniche während des Zuges Infektionen untereinander begünstigte. Die Vögel sammeln sich an Rast- und Schlafplätzen in großen Zahlen an.
Deutschlandweit etwa 20.000 tote Kraniche
Dennoch: Auch im bundesweiten Vergleich seien die Auswirkungen der Vogelgrippe auf Kranichen 2025 begrenzt geblieben: In ganz Deutschland waren laut Ministeriumsangaben knapp 20.000 Kraniche betroffen, was etwas mehr als vier Prozent der westlichen Zugpopulation entspricht.
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Fachleute vermuten demnach, dass diese zeitlich begrenzten Verluste von der Kranichpopulation relativ schnell ausgeglichen werden können. Zudem sei davon auszugehen, dass sich in der Population nach dem Ausbruch eine Grundimmunität bilden, die die Vögel langfristig besser vor vergleichbaren Ereignissen schützt, hieß es aus dem Ministerium.