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Alltagshilfe Clevere Erfindung: Schüler entwickelt Deo-Halterung für seinen behinderten Freund

Ein Jugendlicher steht hinter einem 3D-Drucker
Mit Hilfe eines 3D-Druckers fertigte der 13-jährige Murphy eine Halterung für seinen Freund (Symbolbild)
© Nicolas Armer / Picture Alliance
Aufgrund einer Blutkrankheit sind Mattys Arme verkürzt. Alltägliche Handlungen wie das Auftragen von Deo sind für ihn unmöglich. Sein 13-jähriger Freund Murphy wollte ihm helfen und entwickelte kurzerhand eine Halterung, die Matty den Alltag erleichtert und ihn eigenständiger leben lässt.

Für den 11-jährigen Matty Dunn aus Tasmanien war die allmorgendliche Routine, sich für den Tag fertig zu machen, lange Zeit kaum alleine zu bewältigen. Aufgrund einer Blutkrankheit sind seine Gliedmaße verkürzt. Seine kurzen Arme machen insbesondere einen Schritt am Morgen praktisch unmöglich: das Auftragen von Deo. Er kann mit dem Deoroller nicht seine Achselhöhlen erreichen. "Es war ein bisschen schwierig, es unter die Arme zu bekommen. Es war ein Kampf", sagt er "ABC News". Doch vor zwei Jahren fand Matty einen neuen Freund, und der machte es sich kurzerhand zur Aufgabe, den Alltag des 11-Jährigen zu erleichtern.

Schüler tüftelt an Hilfsmittel für Matty

Matty und sein neuer Freund, der 13-jährige Murphy Mansfield, lernten sich im Rahmen eines "Buddy-Programms" kennen. Die Schule, auf die Murphy ging, begann zu dieser Zeit, regelmäßig Mattys Klasse an der North West Support School zu besuchen, um Freundschaften zu den behinderten Schülern aufzubauen. "Als ich anfing, die Förderschule zu besuchen, wollte ich helfen und es den Leuten dort leichter machen," sagt Murphy zu "ABC News". Als ein Lehrer bemerkte, dass Matty und Murphy sich gut zu verstehen schienen, gab er den entscheidenden Impuls: Murphy sollte sich Mattys Deo-Problem annehmen und eine Lösung für seinen neuen Freund finden.

Ab diesem Zeitpunkt verbrachte der 13-Jährige praktisch all seine Pausen damit, an einem Hilfswerkzeug für Matty zu arbeiten. Gemeinsam mit einem weiteren Schüler entwarf er verschiedene Deo-Halterungen, in die ein Deoroller gesteckt werden kann und die Mattys Arm künstlich verlängern sollten, um bis zu seiner Achselhöhle zu reichen. Mithilfe des 3D-Druckers seiner Schule wurden die ersten Entwürfe dann in die Tat umgesetzt – zuerst nur mit mäßigem Erfolg: "Die erste Halterung, die wir gemacht haben, brauchte sechs Stunden zum Drucken, war schwarz und hatte Mattys Namen drauf, aber sie hatte eine Lücke, die wir zwar versucht haben zu reparieren, aber ohne Erfolg", erinnert sich Murphy. Doch der 13-Jährige gab nicht auf: Drei weitere Versuche und acht Stunden Druckzeit später konnte Murphy Matty endlich seine selbstentwickelte Halterung für einen Deoroller übergeben. Er ermöglichte Matty damit einen großen Schritt in Richtung eines unabhängigeren und selbstständigeren Lebens. "Ich bin wirklich stolz darauf, dass ich das Deo jetzt selbst auftragen kann", freut sich Matty. Er leidet an der Blutkrankheit Fanconi-Anämie und ist einer von nur 20 Menschen in Australien, bei denen die wenig bekannte Erbkrankheit diagnostiziert wurde.

Freunde fürs Leben

Obwohl Murphy mittlerweile zur High School geht und Mattys Klasse nicht mehr während der Schulzeit besuchen kann, sehen die beiden sich noch regelmäßig und arbeiten am Feinschliff für Mattys Deo-Halterung. Verbunden sind sie dabei durch eine tiefe Freundschaft: "Murphy ist ein sehr guter Mensch und mein Freund für eine lange Zeit gewesen, also wird er für immer und ewig mein Freund sein", sagte Matty "ABC News". "Er ist sehr gut darin, Dinge für mich zu entwerfen. Er ist sehr freundlich und fürsorglich und hilft mir bei allem, bei dem ich Hilfe brauche." Mattys und Murphys Freundschaft ist ein Beweis für den Erfolgs des Buddy-Programms "Young Leaders of Tasmania" (auf Deutsch: Junge Anführer Tasmaniens). Ziel des Programms ist es, Schüler von regulären und Inklusionsschulen zusammenzubringen, Freundschaften aufzubauen und damit ein neues Denken über Behinderungen schon im Schulalter zu stärken. "Wir wollen eine neue Normalität der Vielfalt in den Gemeinden schaffen", sagt die Leiterin des Programms, Keren Franks "ABC News". "Das Ergebnis von Mattys und Murphys Reise hat einfach alle Erwartungen übertroffen. Es war einfach ein erstaunliches Ergebnis."

Quelle:  "ABC News"

as

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