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Corona-Pandemie "Hunde-Ampel": Tschechien führt neues Warnsystem ein – und setzt auf die Hundeliebe der Bürger

Ein gezeichneter Dobermann mit gefletschten Zähnen zeigt Warnstufe 5 an
Ein lila Hund mit gefletschten Zähnen signalisiert die Warnstufe 5 – und somit die höchste Warnstufe im neuen Corona-Warnsystem von Tschechien
© Screenshot/Gesundheitsamt Tschechien
Tschechien hat einen neuen Fünf-Stufen-Plan für mögliche Lockerungen und Verschärfungen bei den Corona-Maßnahmen eingeführt. Für das hundeliebe Volk symbolisieren unterschiedliche Rassen die aktuelle Gefahr.

Tschechien wählt einen neuen Kurs im Kampf gegen Corona und setzt auf einen Fünf-Stufen-Plan für mögliche Lockerungen oder Verschärfungen. Das Modell "Pes" (Tschechisch für Hund) ersetzt die bisherige Corona-Ampel. Derzeit gelte noch immer die höchste Alarmstufe, 5, teilte das Gesundheitsministerium in Prag am Montag mit. Das bedeutet unter anderem, dass die meisten Geschäfte geschlossen sind und sich maximal zwei Personen versammeln dürfen. Der Maßnahmen-Fahrplan sieht zum Beispiel vor, dass der gesamte Einzelhandel bei Stufe 3 mit Einschränkungen wieder öffnen dürfte. Bei Stufe 2 könnten alle Schulen wieder normal besucht werden.

"Kein Volk Europas ist so hundenärrisch wie das tschechische. Und die Hundeliebe, das zeigen aktuelle Studien, hat seit der Pandemie noch zugenommen", schreibt die "Süddeutsche Zeitung". 40 Prozent der Tschechen halten einen Hund. Wie die "SZ" berichtet, denken von den restlichen 60 Prozent 59 Prozent über die Anschaffung eines Hundes nach. 

"Ein Zähnefletscher lässt sich nur langsam zum Schlappohr-Hund zähmen"

Die neue Ampel solle verdeutlichen, dass der Übergang in eine niedrigere Warnstufe viel Geduld und Zeit brauche. "Ein Zähnefletscher lässt sich nur langsam zum Schlappohr-Hund zähmen", schreibt die "SZ". Die neue Visualisierung bedeutet: Schlappohren sind nett, also ist alles gut, Zähnefletscher sind bissig, die Warnstufe ist hoch.

Tschechien hat inzwischen bei der Anzahl der Corona-Todesfälle mit Schweden gleichgezogen. Bis Montag verzeichnete das Gesundheitsministerium in Prag 6208 Tote seit Beginn der Pandemie in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung. Wesentlich besser stellte sich die Entwicklung bei den Neuansteckungen dar. Am Sonntag wurden 1887 neue Fälle registriert – die niedrigste Zahl innerhalb von 24 Stunden seit Anfang Oktober. Allerdings wird an Wochenenden stets weniger getestet. Der EU-Mitgliedstaat hat knapp 10,7 Millionen Einwohner.

Zusätzliche Quelle: "Süddeutsche Zeitung"

fis DPA

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