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Fettleibigkeit: Ärzte fordern Zuckersteuer – jedes sechste Kind ist übergewichtig

Ärzteverbände haben sich für Maßnahmen gegen Fettleibigkeit bei Kindern und Jugendlichen stark gemacht. Gefordert wird ein stärkeres Durchgreifen der Politik in Form einer Steuer auf Zucker.

Kind hält einen Schokoladen-Donut

Kinderärzte möchten mit Einführung einer Zuckersteuer die Zahl übergewichtiger Kinder reduzieren. (Symbolfoto)

Getty Images

Um Nahrungsmittel, die aufgrund ihres zu hohen Zuckergehaltes gesundheitsschädlich sind, generell unattraktiver zu machen, fordern Deutschlands Kinder- und Jugendärzte eine Zuckersteuer. Dr. Thomas Fischbach, der Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte, lud gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin und der Deutschen Adipositas Gesellschaft am Dienstag zu einer Pressekonferenz nach Berlin ein. Dort sagte Fischbach: "Wir müssen stärkere Anstrengungen unternehmen, um allen Kindern einen guten Start in die Zukunft zu ermöglichen."

15,4 Prozent der Kinder, das ist mehr als jedes sechste Kind, im Alter von drei bis 17 Jahren seien übergewichtig – 5,9 Prozent leiden an Fettleibigkeit. Die Auswirkungen von Adipositas tragen sowohl die Kinder selbst – durch beispielsweise Krankheiten – und die komplette Gesellschaft. Die medizinische Behandlung übergewichtiger und fettleibiger Kinder kostet Deutschland jährlich rund 1,8 Milliarden Euro. 

Zucker: Deutlichere Kennzeichnung von Inhaltsstoffen

Die Mediziner fordern außerdem, dass für Mahlzeiten in Schul- und Kindergärten ein messbarer Mindeststandard eingeführt werden soll. Die Lebensmittelkennzeichnung soll deutlicher werden. Der Zuckergehalt, die Anzahl an gesättigten Fetten und Salzen sollen besser ausgewiesen sein. Außerdem soll auf Kinder zugeschnittene Werbung für ungesunde Lebensmittel stark eingeschränkt werden. 

Kinder von Eltern mit geringem Bildungsstand leiden häufiger an Adipositas

"Die dramatische Zunahme der deutlich schlechteren Gesundheits- und Lebenschancen für Kinder aus Familien mit niedrigem Einkommens- oder Bildungsstand ist nicht akzeptabel“, fügt Dr. Thomas Fischbach hinzu. Seine Aussage stützt sich auf die Erkenntnis, dass Kindern in Familien mit wenig Geld und in der Eltern einen geringem Bildungsstand besitzen, häufiger von Übergewicht bedroht sind. Laut Einschulungsuntersuchung des Senats aus dem Jahr 2016 soll sich das auch durch den Wohnort der Kinder ausdrücken. Kinder aus Berlin Neukölln oder Berlin Mitte sollen häufiger an Adipositas leiden als Kinder aus Berlin Steglitz-Zehlendorf oder Berlin Pankow.

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