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Schmerzen Bloß nicht aufs Sofa legen! Was bei "Blockaden" im Rücken hilft

Schmerzen: Bloß nicht aufs Sofa legen! Was bei "Blockaden" im Rücken hilft
Was ist der Ischiasnerv?
Der Ischiasnerv ist ein Bündel aus Nervenwurzeln, die Signale vom Hirn zu den Beinen leiten und Empfindungen der Beine ans Rückenmark weitergeben. Werden diese Nervenwurzeln durch Druck oder aufgrund einer Entzündung gereizt, verursacht das Schmerzen im unteren Rückenbereich, die bis zu den Füssen ausstrahlen können. Schmerzen, die durch Reizung des Ischiasnerves hervorgerufen werden, bezeichnet man in der Medizin als Ischialgie.
Symptome der Ischialgie
Ischiasschmerzen können sich anfühlen wie ein elektrischer Schlag oder Ameisen, die im Bein kribbeln.  Darüber hinaus können Taubheitsgefühle und Lähmungserscheinungen auftreten.
Spürbar sind die Symptome vor allem auf der Rückseite des Ober- und Unterschenkels und im Bereich der Fußaußenseite bzw. Fußsohle. Ist der Ischiasnerv im Bereich des kleinen Beckens, Gesäß oder Oberschenkels geschädigt, so kommt es typischerweise zu Schmerzen in diesen Bereichen, die bis zur Kniekehle ausstrahlen können.
In der Regel ist nur eine Körperhälfte und nur ein Bein von den heftigen Schmerzen betroffen. Im Gegensatz zu einem Hexenschuss bleibt der Schmerz nicht auf den Rücken beschränkt, sondern strahlt in ein Bein aus.
Ischiasschmerzen behandeln: Übungen für den Ischias
Um die Schmerzen zu lindern, die der Ischiasschmerz verursacht, gibt es einige Techniken, die ausgeführt werden müssen, sobald die ersten Symptome auftreten.
lschias Übungen im Sitzen:
- Setze dich auf den Boden und strecke das linke Bein aus. Das rechte Knie ziehst du eng an die Brust. Position für 10 Sekunden halten, dann machst du dasselbe mit dem anderen Bein.
- Lege dich auf den Rücken und bewege deine angewinkelten Beine für 10 Sekunden auf und ab.
- Bleibe auf dem Rücken liegen, ein Bein bleibt ausgestreckt, das andere bringst du nahe an deine Brust. Halte die Position für 10 Sekunden, dann mache dasselbe mit dem anderen Bein.
- Setz dich auf den Boden, strecke deine Beine und versuche deine Füße mit den Händen zu berühren. Halte die Position 10 Sekunden lang.
Diese Übungen helfen die Ischiasschmerzen zu lindern, langfristig muss bei einer Ischialgie aber die zugrunde liegende Erkrankung behandelt werden. Wird nur der Schmerz gelindert, so kann sie nach einer gewissen Zeit wieder auftreten, da die Grunderkrankung nicht therapiert wurde. Deshalb sollte man nicht nur das Symptom der Ischialgie behandeln, sondern auch die Ursache bekämpfen.
Mögliche Ursachen der Ischiasschmerzen
Ischiasschmerzen entstehen durch Druck auf die Nervenwurzeln des Ischias, oder wenn diese entzündet sind. Häufig ist ein Bandscheibenvorfall für die ausstrahlenden Ischias-Beschwerden verantwortlich. Aber auch eine Fehlbelastung der Muskeln kann dazu führen, dass eine Entzündungsreaktion entsteht und die Muskeln anschwellen. Diese Schwellung drückt dann unter Umständen auf den Ischiasnerv.
Seltener sind Infektionskrankheiten wie Borreliose (Zeckenbiss) oder neurologische Erkrankung wie Multiple Sklerose Ursache einer Entzündungen der Nervenwurzeln.
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Der Schmerz kommt plötzlich und unerwartet: Eine Rückenblockade schränkt bei Betroffenen die Bewegungsfähigkeit meist stark ein. Wie beendet man diesen Zustand so schnell wie möglich?

"Ich habe eine Blockade" - Fast jeder hat diesen Satz schon mal gehört und vielleicht auch selbst schon mal die unangenehme Erfahrung gemacht. Das Gute ist aber: Der Körper regelt das meist von selbst. Eine Voraussetzung muss aber erfüllt sein.

Blockaden - was ist das?

Wenn jemand von "Blockade" spricht, handelt es sich eigentlich um eine Bewegungseinschränkung einzelner Wirbelkörpergelenke, sagt Orthopädin Christin Siebert aus dem Athleticum am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE). Diese winzigen Gelenke halten die Wirbelsäule in Bewegung. Sie können zum Beispiel kippen oder sich drehen oder sogar beides. Geht das nicht mehr richtig, sendet der Körper Schmerzsignale. Die umliegenden Muskeln, Bänder und Sehnen bekommen gewissermaßen den Befehl: "Haltet das gut fest, da stimmt was nicht." Die Folge sind verhärtete Strukturen um das Gelenk herum und noch mehr Schmerz - "ein Teufelskreis", sagt Siebert.

Blockaden: Was also tun?

Den Teufelskreis durchbrechen. Wärme entspannt, Bewegung lockert. Außerdem kann es hilfreich sein, mit einer Schmerztablette das Schmerzgedächtnis zu löschen und die Muskulatur so zu entspannen, sagt Siebert. "Damit der Körper wieder weiß: Eigentlich ist alles okay." Was Patienten nicht tun sollten: Sich aufs Sofa legen und hoffen, dass es vorbei geht. Besser Liegen, Sitzen, Stehen und Gehen abwechseln. Im Normalfall verschwinden die Schmerzen unter diesen Voraussetzungen nach rund einer Woche.

Wenn die Schmerzen nach ein paar Tagen gar nicht nachlassen - oder immer stärker werden -, lohnt sich ein Arztbesuch. Sonst schaukelt sich das Geschehen immer wieder auf, der Schmerz wird stärker, die «Blockade» schlimmer. Schmerzmittel, Wärme, Tapes oder eine manuelle Therapie können dann Abhilfe schaffen.

Sofort ins Krankenhaus fahren sollten Betroffene Siebert zufolge, wenn sie Lähmungen haben, Missempfindungen oder Probleme, Stuhl oder Urin zu halten. Denn dann bestehe die Gefahr, dass Nerven dauerhaft geschädigt werden.

DPA

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