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Pfefferbaum: Hausmittel aus dem Urwald hemmt Superkeim

Der Krankenhauskeim MRSA ist gegen die meisten Antibiotika resistent und daher gefährlich. Im Kampf gegen den Erreger können Ärzte nun auf einen neuen Verbündeten hoffen: den Brasilianischen Pfefferbaum. 

Früchte des Brasilianischen Pefferbaums

Früchte des Brasilianischen Pefferbaums

Ein Extrakt aus den Früchten des Brasilianischen Pefferbaums hemmt den Krankenhauskeim MRSA und könnte Forschern als neue Waffe im Kampf gegen Infektionen mit dem Erreger dienen. Zu diesem Schluss kommt ein US-amerikanisches Forscherteam.

Wissenschaftler von der Emory University in Georgia haben einen Extrakt aus den Früchten hergestellt und diesen erfolgreich an Mäusen getestet, die mit dem Erreger infiziert waren. Die Idee für die Tinktur stammt ursprünglich von indigenen Heilern aus Südamerika. Sie verwenden die Beeren bereits seit Jahrhunderten gegen Infektionen der Haut. Die Ergebnisse der Studie veröffentlichte das Forscherteam im Fachblatt "Nature Scientific Reports".

MRSA führt zu schweren Hautinfektionen

MRSA steht für Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus. Keime dieser Art siedeln meist auf der Haut von Menschen, ohne sie krank zu machen. Gelangen sie jedoch über Verletzungen in den Körper, können sie schwere Infektionen auslösen. Die Betroffenen erkranken an Hautentzündungen, entwickeln Geschwüre oder Entzündungen einzelner Organe. MRSA sind gegen die meisten gängigen Antibiotika resistent, was die Behandlung erschwert.

Das US-amerikanische Forscherteam um Cassandra Quave testete die Beerentinktur an infizierten Mäusen und konnte so verhindern, dass sie Hautwunden entwickelten. Das Mittel tötete die Bakterien zwar nicht ab, verhinderte aber, dass die Keime hautschädigende Gifte produzieren konnten, indem es deren Kommunikation störte. "Das Mittel entwaffnet die MRSA-Keime und verhindert, dass sie Toxine freisetzen", erklärt Quave in einer Mitteilung zu der Studie. "Das Immunsystem des Körpers hat dann eine bessere Chance, die Wunde zu heilen."

Bevor es zu ersten klinischen Tests kommen kann, muss zunächst die Wirksamkeit und Sicherheit des Mittels weiter getestet werden. Bis zu einer möglichen Markteinführung ist es also noch ein langer Weg.

Doch das Forscherteam um Quave hofft, einen neuen Ansatz im Kampf gegen resistente Erreger gefunden zu haben: "Indem wir traditionelle Pflanzenextrakte untersuchen, könnten wir neue Gerüste für die Entwicklung von Medikamenten schaffen und neue Wege im Kampf gegen Antibiotika-Resistenzen aufzeigen", so Quave.


ikr

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