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Französisches Überseegebiet Corona-Hotspot Urlaubsparadies: Inzidenz auf Südseeinsel Tahiti bei 2800

Betten und Liegen wurden im Taaone Krankenhaus in der Stadt Papeete aufgebaut
Weil die Corona-Lage in Französisch Polynesien so dramatisch, wurden in der Eingangshalle des Taaone Krankenhauses in der Stadt Papeete weitere Betten und Liegen aufgebaut
© Mike LEYRAL / AFP
Die Corona-Situation auf den Südseeinseln Französisch Polynesien ist dramatisch. Auf der Insel Tahiti liege die Inzidenz bei 2800. Es komme auch zu einer Triage. Schuld an der Lage ist die Delta-Variante.

In dem französischen Überseegebiet Französisch Polynesien im Südpazifik ist die Corona-Lage dramatisch nach einem massiven Ausbruch des Virus. Nach Angaben der französischen Zeitung "Le Monde" und dem Radiosender Radio France Internationale (RFI) beträgt die Inzidenz in dem Urlaubsparadies 2800 Infektionen pro 100.000 Einwohner:innen. Im Krankenhaus der Insel Tahiti müsse sogar eine Triage durchgeführt werden, also eine Einteilung der Patient:innen nach dem Schweregrad ihrer Infektion, so "Le Monde".

Die Infektionen mit dem Coronavirus sind in dem Überseegebiet in kürzester Zeit stark gestiegen, wie der Deutschlandfunk berichtet. Noch Mitte Juli seien gar keine Fälle registriert worden. Laut dem neuseeländischen Radiosender RNZ steckt die Delta-Variante des Coronavirus hinter dem exponentiellen Ausbruch. Das Auswärtige Amt in Berlin stuft Französisch Polynesien als Hochrisikogebiet ein.

Strenger Lockdown und Hilfe von außerhalb

Um der Lage Herr zu werden, wurde für zwei Wochen ein harter Lockdown verhängt, wie RFI berichtet. Von Montag an sind etwa Schulen geschlossen. Geschäfte, die nicht lebensnotwendige Waren verkaufen, Freizeitaktivitäten, Restaurants und Bars "müssen ihre Tätigkeit vorübergehend einstellen" und "Freizeitreisen werden vorübergehend ausgesetzt", hieß es. Auch eine nächtliche Ausgangssperre besteht.

Ausnahmen gibt es für den Weg zur Arbeit oder zur Ausbildung, medizinische Behandlungen oder Impfungen, notwendige Einkäufe oder Unterstützung für hilfsbedürftige Menschen. Am Freitag hatte die parlamentarische Versammlung Französisch-Polynesiens für eine Impfpflicht insbesondere für Pflegekräfte und Personen mit Kontakt zu schutzbedürftigen Personen sowie für chronisch kranke Patienten gestimmt, wie RFI weiter berichtet.

Nach Angaben von RNZ werden mindestens 324 Menschen in Krankenhäusern behandelt, wovon 40 auf der Intensivstation sind. Mehr als 250 Menschen seien bislang an den Folgen von Covid-19 gestorben, allein 100 davon im vergangenen Monat. In dem Überseegebiet leben rund 275.000 Einwohner:innen. Aus dem französischen Neukaledonien würde medizinisches Personal zur Unterstützung erwartet. Auch vom französischen Festland reisen Ärzt:innen zur Unterstützung an.

Quellen: "Le Monde", Radio France Internationale, RNZ, Deutschlandfunk, Auswärtiges Amt

rw

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