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Corona-Impfung Ist es möglich, die Zweitimpfung zu verschieben? Welche Gründe gelten

Kann der zweite Termin für die Corona-Impfung verschoben werden?
Es ist nicht vorgesehen, einen Termin für die Corona-Impfung zu verschieben. Doch welche Ausnahmen zählen? (Symbolbild)
© solarseven / Getty Images
Ob Urlaub, Krankheit oder familiäre Angelegenheiten. Wenn der Termin für die Zweitimpfung ungünstig fällt, kommt bei vielen die Frage auf, ob es möglich ist, die Zweitimpfung nach hinten zu verschieben. 

Dieser Beitrag erschien zuerst bei RTL.de

Für viele Menschen ist die Corona-Impfung der Weg aus der Pandemie. Doch da es sich bei fast allen Impfstoffen um zwei Dosen handelt, passt vielen der zweite, festgelegte Termin der Impfung nicht. Daher versuchen immer mehr Menschen, diesen Termin zu verschieben. Wir erklären welche Gründe zählen.

Wer krank ist, kann nicht geimpft werden

Es ist nicht vorgesehen, einen Impftermin zu verschieben. Sollte es Ihnen dennoch nicht möglich sein, einen Termin wahrzunehmen, zählen nur wenige Ausnahmen. Das können Patienten nur "aus dringenden und unaufschiebbaren medizinischen oder beruflichen Gründen", schreibt der bayerische Oberbürgermeister Florian Janik in einem Facebook-Post.

Wer zum Beispiel mit hohem Fieber im Bett liegt, sollte dieses auskurieren. Das schreibt das Robert-Koch-Institut im Aufklärungsmerkblatt zur Schutzimpfung gegen Covid-19 mit Vektor-Impfstoffen. Erst wenn die Symptome abgeklungen seien, sollte die Impfung erfolgen. Wer krank ist oder aus dringenden beruflichen Gründen den zweiten Impftermin verpasst, müsse ein Attest vom Arzt oder eine Bestätigung des Arbeitgebers vorlegen.

Auch eine anstehende Reha oder ein Krankenhausaufenthalt zählen als Grund für eine Verschiebung.

Zählt der Urlaub als Verschiebungs-Grund?

Zunehmend wollen Patienten derzeit Termine für eine Zweitimpfung vorziehen, um in den Urlaub fahren zu können. "Da führen wir viele Diskussionen, weil wir die Vorgaben der Impfkommission einhalten müssen", sagt der Vorsitzende des Sächsischen Hausärzteverbandes, Steffen Heidenreich. Gemeint ist damit, dass die Ständige Impfkommission den Abstand zwischen der Erst- und Zweitimpfung der verschiedenen Impfstoff vorschreibt. Ärzte und Impfzentrum können also nur innerhalb des vorgegebenen Rahmens entscheiden, wann sie den Termin für die zweite Dosis ansetzen.

Für Dr. Christoph Specht ist die Situation eindeutig, auch wenn der Urlaub schon gebucht ist: "Das Ganze ist ja kein Spaß, sondern ein ernster Kampf gegen die Pandemie. Die Impfung sollte gerade wirklich oberste Priorität sein und Termine sollten deshalb unbedingt wahrgenommen werden. Ich persönlich würde direkt alles stehen und liegen lassen für diesen Impf-Termin, denn jeder der einen bekommt, sollte froh sein, bald geschützter gegen das Virus zu sein", so der Mediziner.

Einen Urlaub könne man schließlich nachholen und mit vollem Impfschutz sogar mit ruhigerem Gewissen. Ein voller Impfschutz bedeute im Umkehrschluss jedoch nicht eine hundertprozentige Sicherheit vor dem Coronavirus – den gebe es aktuell nicht.

Zwischenfälle in der Familie

Als triftiger Grund für eine zu verschiebende Zweiimpfung gilt nur ein Todesfall innerhalb der Familie. Andere Feste oder eigene Partys zählen nicht als Grund für eine Verschiebung.

Corona-Impfung: Was ist zu beachten?

Über die Hotline 116117 können Impftermine auch kurzfristig abgesagt werden. Auch wenn das mit hohem logistischem Aufwand verbunden ist, könne der Impfstoff so vielleicht noch einer anderen Person zugutekommen.

Wie schnell haben Corona-Geimpfte Antikörper im Blut?

Wer seinen Impftermin absagt, braucht sich kaum Hoffnung machen, einen früheren Termin zu bekommen. Der Termin für die Zweitimpfung steht nicht unter so hohem Zeitdruck, daher verschieben Ärzte ihn im Zweifel nach hinten. "Wenn Ihr Termin für eine Zweitimpfung genau in Ihren Urlaub fällt und Sie die Impfung deshalb absagen, wird man Ihnen nicht garantieren können, dass Sie direkt einen neuen Termin im Anschluss an Ihren Urlaub bekommen können. Und sollten Sie den neuen Termin dann erst sechs Wochen später bekommen, gefährden Sie damit Ihren Impfschutz", erklärt Dr. Specht.

RTL.de/stz

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