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Hilfe gegen Coronavirus : Japaner schicken Atemmasken nach China - mit einer anrührenden Botschaft

Mehr als eine Million Atemmasken schicken japanische Unternehmen nach China. Ihre Spende versehen sie mit einer anrührenden Botschaft - allen Spannungen zwischen den beiden Ländern zum Trotz. 

Peking, China: Ein Wachmann trägt eine Atemmaske.

Peking, China: Ein Wachmann trägt eine Atemmaske. Nach Behördenangaben haben sich bis Mittwoch im Land mehr als 24.000 Menschen mit dem Coronavirus angesteckt. 

Getty Images

In China breitet sich das Coronavirus weiter aus. Nach Behördenangaben sind bereits mehr als 24.000 Menschen infiziert, 490 Erkrankte sind gestorben. Die chinesische Regierung versucht mit allen Mitteln, die Ausbreitung der neuartigen Lungenkrankheit zu verhindern - auch mit Hilfsgütern aus dem Ausland. Deutschland schickte etwa 10.000 Schutzanzüge. Japanische Unternehmen und eine Stadtregierung haben nun mehr als eine Million Atemmasken gespendet. In den sozialen Netzwerken verbreitet sich ein Bild der Hilfslieferungen, denn die Kisten voller Atemmasken werden mit einer rührenden Botschaft nach China versandt. "Getrennte Länder – gemeinsamer Himmel", steht dort geschrieben. 

Der Satz stammt aus dem Buddhismus und ist angesichts der schwierigen Beziehungen zwischen den beiden Ländern ein besonderes Zeichen der Freundschaft und des Beistands. Seit Jahrzehnten sind die chinesisch-japanischen Verbindungen schwer belastet. Obwohl sich in den letzten Jahren die Wirtschaftsbeziehung zwischen Japan und China verbessert hat, bleiben die beiden Länder auf vielen Feldern Konkurrenten.

In China wird Japan außerdem immer noch als militärische Bedrohung empfunden. Vor allem die enge Beziehung Japans zu den USA und die inoffizielle, seit 2005 auch offizielle Unterstützung der ehemaligen japanischen Kolonie Taiwan als Schutzmacht werden sehr kritisch gesehen. Auch das Massaker von Nanking und andere japanische Kriegsverbrechen aus dem zweiten Weltkrieg sind in China noch lange nicht vergessen und vergeben. 

Bislang 33 Japaner mit Coronavirus infiziert 

Die radikalen Maßnahmen zur Eindämmung der Epidemie haben in China unterdessen zu einer drastischen Verlangsamung des öffentlichen Lebens geführt. Viele Fabriken und Büros sind vorerst weiter geschlossen. Manche Firmen wie Volkswagen in Peking lassen ihre Angestellten von zu Hause aus arbeiten. Vielfach sind aber Lieferketten schon unterbrochen. Wie die Lufthansa haben viele Airlines ihre China-Flüge gestrichen. Die Auswirkungen auf das wirtschaftliche Leben sind enorm. 

Coronavirus: "Ich bin kein Virus" – Menschen wehren sich gegen Rassismus

In Japan haben sich bislang 33 Bürger mit dem Coronavirus infiziert. Am Montag ist ein Schiff der Reederei Princess Cruises im Hafen von Yokohama unter Quarantäne gestellt worden. Dort wurden zehn Erkrankte identifiziert, die von der "Diamond Princess" geholt wurden und nun auf dem Festland betreut werden. Die infizierten Personen sind japanische Staatsbürger.

ivi
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