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Coronavirus: Luftwaffe macht sich auf den Weg nach China: Was erwartet die Deutschen zu Hause?

Eine Maschine der Luftwaffe macht sich endlich auf den Weg nach China, um die deutschen Bürger aus der schwer vom Coronavirus betroffenen chinesischen Provinz Hubei auszufliegen. In Deutschland erwartet sie eine Quarantäne. 

Köln: Zwei Flugzeuge der Bundeswehr stehen auf dem militärischen Teil des Flughafens Köln-Wahn kurt vor dem Anflug nach China

Köln: Zwei Flugzeuge der Bundeswehr stehen auf dem militärischen Teil des Flughafens Köln-Wahn kurt vor dem Anflug nach China

DPA

Die Luftwaffe hat am Freitag ein Flugzeug nach China geschickt, um Deutsche aus der vom Coronavirus am stärksten betroffenen chinesischen Provinz Hubei auszufliegen. Nachdem die Zustimmung der beteiligten Staaten vorlag, ist der Flug am Vormittag von Köln-Wahn aus gestarten. "Es liegen jetzt alle Genehmigungen der chinesischen Behörden vor, die wir brauchen, um unsere Landsleute zu evakuieren. Es wird in diesen Minuten eine Maschine der Bundeswehr aufbrechen nach China, um die deutschen Staatsbürger auszufliegen", verkündete Außenminister Maas am Freitagmorgen kurz vor dem Start.  

Es handele sich um über 100 Personen, es gebe aber niemanden der infiziert sei, so Maas. "Es gibt in diesem Personenkreis auch keine Verdachtsfälle." Beim Hinflug sollen auf Bitten Chinas 10.000 Schutzanzüge mitgenommen werden, die vor Ort gebraucht würden, sagte Maas.

Köln: Zwei Flugzeuge der Bundeswehr stehen auf dem militärischen Teil des Flughafens Köln-Wahn kurt vor dem Anflug nach China

Köln: Zwei Flugzeuge der Bundeswehr stehen auf dem militärischen Teil des Flughafens Köln-Wahn kurt vor dem Anflug nach China

DPA

Am Samstag sollen die ausgeflogenen deutschen Bürger in Frankfurt landen. Sicher ist dies aber noch nicht. Das Frankfurter Gesundheitsamt bereitet sich unterdessen auf den Empfang vor. Derzeit ist folgendes Prozedere geplant: Am Frankfurter Flughafen werden die Passagiere des Rückholfluges zunächst in das medizinische Zentrum Medical Assessment Center gebracht, wie der Leiter der Behörde, René Gottschalk, dem Sender hr-Info in einem am Freitagmorgen ausgestrahlten Beitrag sagte. Dies diene dazu, "mögliche Kontaktpersonen zu erfassen". Anschließend sollen die Passagiere in eine Quarantäne-Station gebracht werden, die sich im südpfälzischen Germersheim befindet.

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Sollte doch einer der Passagiere Krankheitssymptome zeigen, werde er in die Uniklinik in Frankfurt gebracht, sagte Gottschalk. In der Quarantäne müssten die Passagiere seiner Einschätzung nach 12 bis 13 Tage bleiben, denn die maximale Inkubationszeit betrage 14 Tage – und die Zeit des Fluges könne bereits abgezogen werden.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn erklärte im Gespräch mit dem Magazin "Focus", solange nicht geklärt sei, ob die Rückkehrer an dem Virus erkrankt seien, "können wir sie nicht in den Alltag entlassen". Die Quarantäne sei sachgerecht, um diese Menschen und ihr Umfeld zu schützen.

Ausreise aus China ist freiwillig

Die Teilnahme an dem Evakuierungsflug ist freiwillig. Mitfliegen könne nach Angaben von Spahn aber nur, wer symptomfrei sei. Nach Informationen der "Bild"-Zeitung müssen die Rückkehrer einen Teil der Kosten selbst tragen. Das sei den Deutschen in einem Schreiben der deutschen Botschaft mitgeteilt worden. "Die konkrete Höhe der Kostenbeteiligung steht bisher nicht fest. Sie wird sich an der Höhe eines normalen Economy-Flugtickets orientieren", zitiert die Nachrichenagentur DPA aus dem Schreiben. 

In Deutschland gibt es bislang fünf bestätigte Krankheitsfälle. Alle Betroffenen arbeiten beim im oberbayerischen Landkreis Starnberg angesiedelten Automobilzulieferer Webasto. Alle hatten zuvor Kontakt mit einer infizierten Kollegin aus China, die dort bei einer Schulung war.

Die Gesamtzahl der in China offiziell bestätigten Infektionsfälle wuchs in der Nacht zu Freitag um 1982 auf rund 9700. Weitere rund 102.000 Patienten würden wegen Verdachts auf das Virus medizinisch beobachtet, erklärte der Gesundheitsausschuss der chinesischen Regierung. 

ivi

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