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Großbritannien Neue Corona-Schnelltests versprechen Ergebnis binnen 90 Minuten – doch wichtige Fragen sind offen

Coronavirus-Schnelltest
Coronavirus-Schnelltest (Symbolbild)
© Bodo Schackow / DPA
Was leisten zwei neue Coronavirus-Schnelltests? Großbritannien will künftig bei der Bekämpfung der Pandemie auf die beiden Verfahren setzen – doch längst sind nicht alle Fragen zu ihnen beantwortet.

Zur Eindämmung des Coronavirus will Großbritannien zwei neue Schnelltest-Systeme nutzen. Gesundheitsminister Matt Hancock sagte laut einer Mitteilung seines Ministeriums vom frühen Montagmorgen: "Millionen neuer Coronavirus-Schnelltests werden vor Ort in weniger als 90 Minuten Ergebnisse liefern und uns helfen, Übertragungsketten schnell zu unterbrechen." Von kommender Woche an würden Krankenhäusern, Pflegeheimen und Laboren nach und nach die neuen Testsysteme zur Verfügung gestellt, hieß es weiter. Damit seien in den kommenden Monaten mehr als sechs Millionen zusätzliche Tests möglich. 

Offene Fragen zu Zuverlässigkeit der Coronavirus-Tests

Genaue Angaben zur Zuverlässigkeit der Tests wurden zunächst nicht gemacht. Damit bleibt unklar, wie häufig sie falsch positive oder falsch negative Ergebnisse liefern. Beide Tests könnten neben Sars-CoV-2 auch andere vor allem im Winter kursierende Viren wie Influenza-Viren nachweisen, hieß es. Für die Durchführung sei kein geschultes medizinisches Fachpersonal erforderlich, was bedeute, dass sie auch in eher nicht-klinischen Umgebungen durchgeführt werden könnten.

Großbritannien hatte zu Beginn der Pandemie große Schwierigkeiten, ausreichend Tests durchzuführen, baute seine Kapazitäten dann aber stark aus. "Die Tatsache, dass mit diesen Tests sowohl Grippe als auch Covid-19 nachgewiesen werden kann, wird uns auf dem Weg in den Winter enorm helfen, so dass die Patienten den richtigen Rat befolgen können, um sich und andere zu schützen", sagte Hancock. 

Das Vereinigte Königreich ist in Europa nach offiziellen Zahlen am schlimmsten von der Pandemie betroffen. Mehr als 306.000 Fälle wurden laut Johns-Hopkins-Universität bislang registriert, mehr als 46.000 Infizierte starben.

wue DPA

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