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Kuriose Patientengeschichte: Alle lachten über den riesigen "Bierbauch". In Wahrheit war es ein 35 Kilo schwerer Tumor.

Hector Hernandez ist schon immer kräftig, hat einen dicken Bauch. Veranlagung, sagt sein Hausarzt. Erst ein Arztwechsel bringt die wahre Ursache zum Vorschein. 

Hector Hernandez vor dem Eingriff im Sommer 2018 (links) - und danach

Hector Hernandez vor dem Eingriff im Sommer 2018 (links) - und danach

Hector Hernandez aus dem US-Bundesstaat Kalifornien bezeichnet sich selbst als "big guy" - als einen "großen Jungen". Der 47-Jährige war nie richtig schlank. Vor allem an seinem Bauch schien sich ungewöhnlich viel Fett anzulagern. T-Shirts spannten über der runden Kugel. Das Fett quoll über den Hosenbund und ließ Hernandez in der Silhouette wie ein "D" wirken.

Als er seinen Hausarzt auf den runden Bauch ansprach, winkte dieser ab. Das sei Veranlagung, Menschen würden Fett eben an unterschiedlichen Körperstellen anlagern. Hernandez nahm immer weiter zu, knackte die 300 Pfund-Grenze (rund 136 Kilogramm). "Ich dachte, ich sei einfach nur fett"", berichtet der 47-Jährige der "Washington Post". Auf Partys begannen seine Freunde, sich über den riesigen "Bierbauch" lustig zu machen. Dabei, so sagt Hernandez rückblickend, habe er eigentlich nie viel Bier getrunken.

Herzstechen und Verstopfungen - Bierbauch entpuppt sich als Tumor

Dem 47-Jährigen fallen weitere Ungereimtheiten auf: Zum Beispiel, dass sich sein Bauch ungewöhnlich "hart" und "schwer" anfühlt. Außerdem leidet er unter regelmäßig unter Verstopfung, hat immer wieder Probleme beim Atmen und Herzstechen. Hernandez entscheidet sich, eine zweite ärztliche Meinung einzuholen - und sollte Recht mit seinen Bedenken behalten: Der vermeintliche Bierbauch entpuppt sich als riesiger, 35 Kilo schwerer Tumor.

Hector Hernandez leidet an einem Liposarkom, einem sehr seltenen, bösartigen Tumor, der sich in den Fettzellen bildet. Tumore dieser Art können überall im Körper auftreten, typischerweise aber an den Gliedmaßen oder im Bauchraum. Es gibt verschiedene Arten von Liposarkomen: Einige wachsen sehr langsam und bleiben auf einen bestimmten Bereich begrenzt. Andere dagegen wachsen sehr schnell und neigen dazu, Metastasen zu bilden. 

Der Kalifornier wurde diesen Sommer an der "Keck School of Medicine" (University of Southern Califonia) von William Tseng, onkologischer Chirurg, operiert. Der Mediziner war verblüfft über die Größe des Tumors. Üblicherweise entfernt er Liposarkome, die zwischen 20 und 30 Pfund wiegen. 

In einer mehrstündigen Operation entfernte er das mutierte Gewebe und eine Niere, die beschädigt war. Hernandenz hatte großes Glück: Der Tumor hatte weitere Organe und die großen Blutgefäße verschont. Der 47-Jährige befindet sich derzeit auf dem Weg der Besserung und braucht wohl keine Chemotherapie oder Bestrahlung. Regelmäßige Kontrolltermine sollen sicherstellen, dass der Tumor nicht unbemerkt wiederkehrt.

Zwar muss er sich von dem Eingriff noch erholen, doch er fühlt sich bereits "wie ausgewechselt", sagt der 47-Jährige. Er habe mehr Energie und sei um etliche Pfund leichter. Hector Hernandez, der "big guy", sieht sich nun als großen Glückspilz.

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ikr

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