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Schutz vor UV-Licht: Was macht eine gute Sonnenbrille aus?

Beim Kauf entscheidet meist der Geschmack. Doch eine Sonnenbrille sollte mehr können, als nur gut auszusehen. Worauf Sie unbedingt achten sollten.

Drei junge Menschen mit Sonnenbrillen

Sie sehen gut aus - doch schützen die Brillen auch ausreichend vor UV-Licht?

Mal rund, mal eckig, mal klein, mal groß, mal gelb und neuerdings verspiegelt - Sonnenbrillen sind vor allem eins: Ausdruck modischer Versiertheit, beziehungsweise Verirrung. Oder eine wunderbare Möglichkeit, am Strand unbehelligt andere Menschen ins Visier zu nehmen.

Doch bei allem Stalken und Gutaussehen sollten wir nicht aus den Augen verlieren, dass Sonnenbrillen vor allem eins können sollten: schützen. Genau wie unsere Haut, können unsere Augen vom UV-Licht geschädigt werden.

Blicken wir ungeschützt in die Sonne, zerstören die Strahlen unsere Netzhaut  - mitunter irreparabel. Unsere Augen reagieren daher naturgemäß auf zu viel Licht: Die Pupillen verengen sich, damit weniger Licht hineingelangt, wir blinzeln und kneifen die Augen zusammen. Und dennoch dringen die UV-Strahlen bis auf unsere Netz- und Hornhaut. Schon bei kürzerer Sonnenexposition könne es zu Bindehautreizungen kommen, sagt der Augenarzt Georg Eckert aus Senden/Ulm. Das Auge tränt und ist gerötet. Bei längerer Sonneneinstrahlung erhöhe sich das Risiko für eine Hornhautentzündung (Keratitis). Bei Menschen, die sich viel im Freien aufhalten, kann sich über die Jahre die Linse trüben (Grauer Star) - das Sehvermögen wird eingeschränkt, ein grauer Schleier legt sich über das Sichtfeld. 

Halten wir uns am Wasser oder im Schnee auf, wird das Licht zusätzlich reflektiert - die direkte Sonnenstrahlung erhöht sich um die indirekte. In den Bergen ist sie auch besonders stark: pro 1000 Höhenmeter nimmt die Intensität der UV-Stahlung um rund 20 Prozent zu. Für Winter- und Wassersportler sind Sonnenbrillen mit hohem UV-Schutz daher besonders wichtig. Doch auch urbane Brillenträger sollten ihre Augen richtig schützen.

Woran erkenne ich den UV-Schutz einer Brille?

Anders als man vielleicht annehmen könnte, sagt der Tönungsrad der Gläser nichts über den Lichtschutz aus. Hat eine Sonnenbrille keinen eingebauten UV-Schutz, schädigt dunkles Glas sogar mehr als helles: Durch die Verdunkelung verengen sich die Pupillen nicht und das Licht kann ungefiltert eindringen.

Also Augen auf beim Brillenkauf: Trägt die Brille das CE-Label auf dem Bügel, ist die korrekte Einhaltung der EU-Sicherheitsstandards garantiert. Auf manchen Brillen findet sich auch der Hinweis UV-400. Dieser besagt, dass Strahlen mit einer Längenwelle bis 400 Nanometer gefiltert werden.  

Wie hoch sollte der Blendschutz sein?

Wichtig ist auch der Blendschutz einer Brille. Er verringert das für das Auge sichtbare Licht  - die tatsächliche Helligkeit wird dem Auge gewissermaßen vorenthalten. Der Blendschutz ist in Kategorien von 0 bis 4 unterteilt und findet sich meist ebenfalls auf dem Brillenbügel. 

  • Kategorie 0 steht dabei für eine Lichtdurchlässigkeit von 80 bis 100 Prozent. 
  • Sonnenbrillen der Kategorie 1 können an bedeckten Tagen guten Dienst leisten. Durch sie dringt nur noch 43 bis 80 Prozent des Lichts. 
  • Den besten Blendschutz für unsere Breitengrade liefern Gläser der Kategorie 2 - sie filtern rund 60 bis 80 Prozent des Lichts. 
  • Wer in südlicheren Gefilden unterwegs ist, oder Sport auf dem Wasser oder in den Bergen macht, sollte zur Kategorie 3 greifen. Gläser dieser Klasse absorbieren 82 bis 92 Prozent des Lichts.
  • Brillen der Kategorie 4 sind für den Gebrauch in unseren Breitengraden unnütz. Nur noch 3 bis 8 Prozent Licht dringen zum Auge durch. Derart dunkles Glas braucht es nur im Hochgebirge und auf Gletschern. 

Allerdings gibt es keine unabhängige Instanz, die alle Sonnenbrillen prüft. So können bei einer am Straßenrand gekauften Brille die aufgedruckten Sicherheitsstandards genauso gefälscht sein wie das "Ray Ban" oder "Chanel" Logo. Auf Nummer sicher geht, wer sich vom Optiker beraten lässt. Und hier gilt: Eine gute Brille muss nicht teuer sein. Auch günstige Modelle können ausreichend Schutz bieten.

Die Form entscheidet mit

Audrey Hepburn machte sie berühmt: die Sonnenbrillen, die  gut ein Drittel des Gesichts bedeckt - und so manch Nachahmer ungewollt wie eine Schmeißfliege aussehen lässt. Doch sie tat gut daran: "Das Licht kann auch von den Rändern her auf die Augen treffen", sagt Eckert. Die Brille sollte die Augen daher mindestens bis zu den Augenbrauen und seitlich bis zum Gesichtsrand hin bedecken. Wer auf Nummer sich gehen will, sollte sich zur Brille gleich noch ein weiteres Accessoire zulegen: Ein Hut mit großer Krempe oder ein Basecap verhindern, dass Licht von oben einfällt. 

mh
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