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Editorial: Liebe Leserinnen, liebe Leser!

Normalerweise geben wir uns Mühe, Wortwiederholungen zu vermeiden und Synonyme zu wählen. In diesem Heft jedoch lesen Sie ein Wort ganz häufig: Glück.

Die Nachlässigkeit haben wir uns gern erlaubt - man kann das schöne Gefühl nicht oft genug benennen, darüber lesen, davon hören. Vielleicht wirkt die Lektüre unseres Glücks-Titels deshalb besonders entspannend auf Sie. Denn wie der Göttinger Hirnforscher Gerald Hüther auf Seite 18 erklärt, harmonisiert das rhythmische Wiederholen von Worten das Gehirn und stimmt auf diese Weise - glücklich. Probieren Sie es aus, und erlesen Sie sich ab Seite 12 ein Stück davon.

Ihr eigenes, allerdings weniger beglückendes Mantra beten uns Nora, Lina und Carmen vor: das Kalorienzählen. Die Berliner Mädchen, deren alltägliche Fastenprozeduren wir ab Seite 126 beschreiben, sind 14 und wollen vor allem eines sein: dünn. Dünn ist schön, dünn ist cool, und jede fühlbare Fettspur am Körper wird mit beachtlicher Disziplin weggehungert. Die drei sind keine Magersüchtigen, sondern ganz normale Heranwachsende aus gutbürgerlichen Haushalten, die sich ganz "normal" krankhungern. Experten wie der Münchner Ernährungsmediziner Hans Hauner registrieren besorgt die wachsende Zahl der kindlichen Wohlstandsdürren: Jedes fünfte Mädchen zwischen elf und 15 Jahren ist mangelernährt.

Ihre Sabine Kartte

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