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Erkältung - oder Grippe?: Ein gefährlicher Irrtum

Erkältungen und Grippe haben ähnliche Symptome und sind deshalb leicht zu verwechseln. Die Erreger unterscheiden sich aber ebenso wie der Verlauf der Krankheiten.

Viren sind die Ursache von Erkältungen. Der Erkältungsvirus haftet an der Schleimhaut des Nasen-Rachen-Raumes und vermehrt sich dort. Das Immunsystem bekämpft den Eindringling und versucht zu verhindern, dass er sich weiter ausbreitet. Kann sich das Immunsystem nicht zu Wehr setzen, bricht die Krankheit aus. Die ersten Anzeichen sind geschwollene und gerötete Schleimhäute in Nase und Rachen. Vom Eindringen der Viren bis zum Ausbruch der Erkrankung dauert es ein bis vier Tage.

Eine Erkältung ist mehr als nur ein Schnupfen. Weitere Symptome sind Kopf- und Gliederschmerzen, triefende Nase, Halsweh, Heiserkeit, Husten, Abgeschlagenheit, Konzentrationsstörungen, Appetitmangel, Unwohlsein, Fieber und Frieren. In drei bis fünf Tage ist eine Erkältung meistens überstanden. In hartnäckigen Fällen kann sie jedoch bis zu zehn Tagen andauern.

Achtung: Herzmuskelentzündung!

Erkältungen werden durch Tröpfcheninfektion übertragen. Beim Niesen, Husten, Schnäuzen und auch Sprechen verstreut ein Infizierter Viruspartikel. Beim Husten werden kontaminierte Tröpfchen mit 900 km/h in die Umwelt geschleudert. Bis zu zwei Stunden können die Mikroorganismen außerhalb des Körpers aktiv bleiben. Ob sich ein Erkältungsvirus in der Schleimhaut einnistet, hängt stark von der körperlichen Konstitution ab. Unterkühlung, klimatisierte und beheizte Räume, Alkoholkonsum, unregelmäßiger Lebensrhythmus und Zigarettenqualm belasten das Immunsystem. Es kann sich nicht mehr effektiv gegen die Erreger zu Wehr setzen.

Eine schwere Erkältung kann die Atemwege schließlich so stark angreifen, dass sich vermehrt Bakterien in den Schleimhäuten einnisten. Es entstehen Entzündungsherde in der Schleimhaut der oberen und unteren Atemwege, die zu einer bakteriellen Sekundär- oder Superinfektion führen. In der Folge können sich die Nasennebenhöhlen und die Bronchien entzünden. In schlimmen Fällen können sogar die Lungen und der Herzmuskel betroffen sein. Sportler sollten während einer Erkältung auf körperliche Belastung verzichten. Ein nicht vollständig auskurierter Infekt kann sich schnell zu einer Herzmuskelentzündung entwickeln.

Ähnliche Symptome, anderer Verlauf

In der kalten Jahreszeit haben nicht nur Erkältungen Saison, sondern auch die Grippe oder Influenza. Bei einer Grippe-Epidemie erkranken in Deutschland im Durchschnitt zwischen drei und fünf Millionen Menschen. Die klinischen Symptome der Influenza sind denen der Erkältung zum Teil sehr ähnlich. Im Unterschied zur Erkältung bricht eine Grippe sehr plötzlich aus.

Dennoch kann es vorkommen, dass eine Grippe für eine Erkältung gehalten wird. Dieser Irrtum ist nicht ganz ungefährlich - besonders nicht für Menschen mit einem geschwächten Immunsystem. Eine falsch behandelte Grippe kann unter Umständen erhebliche Komplikationen auslösen: Lungen- und Herzmuskelentzündungen sowie Herz-Kreislaufversagen.

Grippale Infekte können von hunderten verschiedenen Virustypen ausgelöst werden: z.B. Rhino-, Adeno- oder Corona-Viren. Als Verursacher der Grippe sind drei spezifische Virentypen bekannt: Influenza A, B und C. Charakteristisch für die Influenzaviren ist ihre große Variabilität. Die Hüllproteine dieser Viren verändern sich kontinuierlich. Auf diese Weise können die Viren das menschliche Immunsystem unterlaufen, da die Antikörper die Variation nicht mehr erkennen. Deswegen muss die Grippe-Impfung jedes Jahr mit einer neuen Impfstoffvariante aufgefrischt werden.

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