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Snacken ohne Reue: Sind Gemüsechips wirklich gesünder als Kartoffelchips?

Knackig, lecker und zu 100 Prozent natürlich: Gemüsechips gelten als gesunder Snack für zwischendurch. Doch sind sie tatsächlich besser als herkömmliche Kartoffelchips?

Eine Schale mit Gemüsechips steht auf dem Tisch.

Gemüsechips: Knusprig, lecker - und gesund?

Sie sind aus den Snackregalen der Supermärkte kaum noch wegzudenken: aus Möhren, Pastinaken, Süßkartoffeln, roter Bete und Zucchini. Hersteller bewerben sie als gesunde Alternative zu Kartoffelchips - aber stimmt das überhaupt?

Gemüsechips - was steckt drin?

Die meisten Hersteller setzen auf Natürlichkeit und verwenden neben Gemüse lediglich Sonnenblumenöl und Salz. Nach dem Zerkleinern werden die und Möhren in Öl frittiert und im Anschluss gesalzen. Künstliche Zusatzstoffe wie Aromen oder Geschmacksverstärker finden in der Herstellung von Gemüsechips kaum Verwendung.

Kartoffelchips verdanken ihren Geschmack dagegen meist Zusatzstoffen, Aromen und Geschmacksverstärkern. In puncto Natürlichkeit sind Gemüsechips gegenüber normalen Chips deshalb klar im Vorteil.

Welche gesundheitlichen Vorteile haben Gemüsechips?

Gemüsechips enthalten mehr Ballaststoffe als normale Kartoffelchips. Dabei handelt es sich um schwer verdauliche Bestandteile von Pflanzen, die im Körper wichtige Aufgaben erfüllen. Sie regen die Darmtätigkeit an, beeinflussen den Kohlenhydrat-Stoffwechsel und bewirken, dass man länger satt bleibt. Ballaststoffe stecken vor allem in Gemüse, Obst und Vollkornprodukten.

Die verwendeten Gemüse, etwa rote Bete, enthalten von Natur aus wertvolle Vitamine, Minerale und sekundäre Pflanzenstoffe. Allerdings ist fraglich, wie viel davon nach der Zubereitung im Frittierfett noch vorhanden ist.

Welche Nachteile bringen Gemüsechips mit sich?

Problematisch ist in erster Linie ihr Fettgehalt: Gemüsechips enthalten ähnlich viele Kalorien wie Kartoffelchips, als Mittel zum Abnehmen taugen sie deshalb nicht. Ernährungswissenschaftler kritisieren oft auch den Salzgehalt der Gemüse-Scheiben, der ähnlich hoch ausfällt wie der von Kartoffelchips. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) rät Erwachsenen, nicht mehr als sechs Gramm Salz am Tag zu essen.

Fazit

Im Vergleich zu Kartoffelchips haben Gemüsechips nur minimale Vorteile. Aus gesundheitlicher Sicht ist vor allem ihr Ballaststoffgehalt und die weitgehend natürliche Herstellung erfreulich. Gesund sind Gemüsechips deshalb aber nicht - dafür enthalten sie zu viel Fett und Salz. "Wie Kartoffelchips sollte man die Snacks aus Gemüse nur gelegentlich genießen", heißt es seitens der "Verbraucherzentrale Bayern".

Wer will, kann die Gemüsechips selber herstellen. Der Vorteil: Man kann selbst über den Fett- und Salzgehalt bestimmen und die Gemüse-Scheiben nach Belieben mit Gewürzen verfeinern. Ein Video mit einer Anleitung für selbstgemachte Chips aus roter Bete, Pastinaken und Süßkartoffeln gibt es hier.

ikr