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Jeder Fünfte betroffen Pollenallergie: Mit der richtigen Ernährung gegen Heuschnupfen

Gegen Heuschnupfen kann auch die richtige Ernährung helfen.
Juckende, gerötete Augen, eine kribbelnde Nase und geschwollene Schleimhäute – die Symptome einer Pollenallergie sind in jedem Fall unangehm
© PeopleImages / Getty Images
Die Heuschnupfen-Saison läuft auf Hochtouren. Gerade in diesem Jahr hat der ungewohnt kühle Frühling den Pollenflug verzögert, sodass uns der Höhepunkt noch bevor steht. Mit der passenden Ernährung können Sie den Pollen jedoch den Kampf ansagen.

Kaum ist die Natur aus ihrem Winterschlaf erwacht und erblüht wieder in voller Pracht, fliegen schon die ersten Pollen durch die Luft. Etwa jeder fünfte Deutsche reagiert mit Heuschnupfen – und so wird die Freude auf den Frühling und die warmen Tage mit einer laufenden Nase und juckenden Augen abgedämpft.

Doch was ist Heuschnupfen überhaupt?

In der Pollenflugzeit reagiert der Körper auf den Blütenstaub von Gräsern, Getreide und frühblühenden Bäumen wie Hasel, Erle und Birke. Gerade bei Wind und regenarmen Wetterperioden, verbreiten sie sich überall und führen bei Allergikern zu erkältungsähnlichen Symptomen wie einer laufenden Nase, Niesreiz und stark juckenden oder brennenden Augen. Dies stellt eine Reaktion des Immunsystems dar, welches überempfindlich auf die Eiweiße bestimmter Pollen reagiert und sie fälschlicherweise als Gefahr einstuft. Wenn die Schleimhäute mit den Pollen in Berührung kommen und somit in den Körper gelangen, bekämpft das Abwehrsystem diese wie Krankheitserreger. Die Immunzellen schütten dann Entzündungsbotenstoffe, vor allem Histamin, aus.

Wie kommt es zu Allergien?

Wie bei zahlreichen Nahrungsmittelunverträglichkeiten und anderen Allergien wird Heuschnupfen häufig vererbt. Doch auch übertriebene Hygiene kann Allergien fördern und sogar entstehen lassen. Ist das Immunsystem eines Kindes durch geringen Kontakt mit Allergenen, Erregern oder Viren unterfordert, reagiert es im weiteren Leben dementsprechend empfindlich und bekämpft auch harmlose Substanzen wie Pollen.

Studien belegen zudem, dass Kinder, die auf Bauernhöfen aufgewachsen sind, seltener zu Allergien und Asthma neigen. Durch den frühen Kontakt mit verschiedenen Allergenen wie Tierhaaren und Gräsern, würden diese eine natürliche Abwehr entwickeln.

Medikamente bringen zahlreiche Nebenwirkungen mit sich

Mittlerweile gibt es zahlreiche, spezielle Medikamente gegen die unangenehmen Begleiterscheinungen einer Pollenallergie. Meist handelt es sich um sogenannte Antihistaminika. Es gibt sie als Tablette, Tropfen, Spray oder Saft. Sie schaffen Abhilfe, indem sie die Andockstellen des Botenstoffes Histamin blockieren. Doch nicht immer bringen entsprechende Medikamente die gewünschte Wirkung mit sich und können zudem noch zu Nebenwirkungen wie Müdigkeit, Übelkeit und Appetitverlust führen. Mit der richtigen Ernährung und einem bewussten Lebensstil kann man aber auch ohne Medikament eine große Wirkung im Kampf gegen die Pollen erzielen.  

Was fördert Heuschnupfen?

Zunächst einmal gilt es, die "Trigger" von Heuschnupfen zu umgehen. Ein gestresstes Immunsystem reagiert empfindlicher auf Allergene jeglicher Art. Körperliche Anstrengung und Dauerbelastung, Schlafmangel und ein hoher Stresspegel schwächen das Immunsystem zusätzlich und verstärken allergische Reaktionen. Demnach gilt es, die körpereigene Abwehr bestmöglich zu stärken. Ein erholsamer Schlaf, Entspannungsperioden, eine ausreichende Vitamin-D-Versorgung und der Verzicht auf Alkohol und Nikotin bilden dafür die Grundlage.

Eine histaminreiche Ernährung kann zudem Allergiesymptome verstärken. Allergiker sollten daher vor allem in der Pollensaison auf eine histaminarme Ernährung achten. Histamin findet sich vor alle in gepökelten oder geräucherten Fleisch- und Fischwaren, in gereiftem Käse, Hefe, Essig, Sauerkraut, sowie Hülsenfrüchten und Nüssen. Zudem enthalten Zitrusfrüchte, Ananas, Tomaten und Spinat erhöhte Mengen des Botenstoffes.

Auch Genussmittel wie Schokolade, schwarzer Tee, Mate-Tee, Lakritz, Rotwein, Weizenbier, Sekt, Champagner und scharfe Gewürze sollten aufgrund der enthaltenen Histaminmenge eher gemieden werden.

Der Säure-Basen-Haushalt wirkt sich nachweislich auf Allergien aus. Ein Mangel an pflanzlicher Kost, zu viel Zucker und tierisches Eiweiß führen zu einer Übersäuerung und damit einhergehend zu Entzündungen. Eine überwiegend basische Ernährung hilft dabei, den Entzündungen vorzubeugen.

Welche Lebensmittel erleichtern die Heuschnupfen-Zeit?

Grünes Blattgemüse und Brokkoli: Je dunkler, desto besser

Grünkohl, Spinat, Mangold und andere dunkelgrüne Gemüsesorten sind reich an Carotinoiden und anderen Antioxidantien und stecken zudem voller sekundärer Pflanzenstoffe, welche natürlich gegen allergische Reaktionen wirken.

Brokkoli ist reich an antioxidativen Senfölglykosiden und kann so Entzündungen der Atemwege lindern, welche Heuschnupfen oder andere Atemwegserkrankungen auslösen können. Nasenneben- und Stirnhöhlen werden befreit und das Atmen erleichtert. Der hohe Gehalt an Vitamin C unterstützt zudem die entzündungshemmende Wirkung des Kreuzblütengewächses. Studien zufolge kann Vitamin C allergische Symptome bei Heuschnupfen lindern.

Brennnessel als Wundermittel

Die Brennnessel ist die Königin der allergiefreundlichen Ernährung, da sie gerade jene Entzündungsprozesse lindert, die mit allergischen Symptomen einhergehen – und dass, obwohl sie große Mengen Histamin enthält. Aber genau deshalb soll sie einen positiven Einfluss auf allergische Erkrankungen haben, da sie dem Organismus die Möglichkeit gibt, sich an gewisse Histaminmengen zu gewöhnen. Brennnesseln können in Form von Tee oder als Brennnesselkapseln eingenommen werden.

Zitrusfrüchte und Holunderbeeren zur Stärkung des Immunsystems

Zitrusfrüchte versorgen den Körper mit reichlich Vitamin C. Grapefruit, Zitronen, Orangen oder Mandarinen sollten demnach häufiger auf dem Speiseplan stehen. Die Holunderbeere stärkt zudem das Immunsystem und enthält außerdem enorme Mengen an verschiedenen Antioxidantien und Phytonährstoffen, weshalb sich ein regelmäßiger Verzehr positiv auf Entzündungsprozesse auswirken kann.

Antihistaminikum der Pflanzenwelt: Quercetin

Zwiebeln, Knoblauch und Äpfel sind reich an Quercetin, welcher als kraftvoller Pflanzenstoff gegen Allergien wirkt. Quercetin gilt als das bevorzugte natürliche Mittel gegen Allergien und Asthma. Es gehört zu den Bioflavonoiden und ist das stärkste Antihistaminikum der Pflanzenwelt. Studien belegen, dass der Stoff das Immunsystem stimuliert, die Allergie-Bereitschaft des Körpers reduziert und die Histaminausschüttung verhindert. Nach einer japanischen Studie senkt Quercetin die Histaminausschüttung fast doppelt so stark wie Cromoglicinsäure, ein synthetisches Anti-Allergie-Mittel.

Heil- und Würzkräuter: Petersilie und Thymian

Heil- und Würzkräuter erweisen sich als Geheimwaffe gegen Heuschnupfen. So kann auch Petersilie die Ausschüttung von allergieauslösenden Histaminen verhindern.

Thymian hingegen ist ein effektiver natürlicher Schleimlöser, welcher die Schleimproduktion reduzieren kann und somit sogar in einigen pharmazeutischen Medikamenten eingesetzt wird. Die antimikrobiellen Eigenschaften des Krautes unterstützen außerdem die Bekämpfung von Infektionen, welche durch eine übermäßige Produktion an Schleim entstehen können.

Pollenallergie und Heuschnupfen: Eine Frau niest in ein Taschentuch

Voraussetzung: Gesunde Darmflora

Wissenschaftliche Studien belegen, dass Allergien jeglicher Art, somit auch Heuschnupfen, auf eine gestörte Darmflora zurückgeführt werden können. Eine Darmreinigung in Kombination mit einer erhöhten Zufuhr von Prä- und Probiotika ist daher bei Problemen mit der Darmgesundheit empfehlenswert. Passende Therapiemöglichkeiten sollten Sie zusammen mit ihrem Arzt besprechen.

Quellen:  gesundheit, LaVita, eatsmarter, apotheken-umschau


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