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Keime im Aufschnitt: Stiftung Warentest prüft Veggie-Wurst - zwei sollten nicht aufs Brot

Veggie-Wurst ist beliebt und meist fettärmer als das Original. Doch schmecken die Alternativen auch wie echte Wurst? Stiftung Warentest hat 20 Aufschnitte unter die Lupe genommen - zwei kassieren ein "Mangelhaft". 

Stiftung Warentest prüft Veggie-Aufschnitt: Salami-Brot

Stiftung Warentest prüft Veggie-Wurst

Getty Images

Optisch sind sie kaum von echter Wurst zu unterscheiden, statt Fleisch enthalten sie aber Soja und Ei: Veggie-Aufschnitte sind beliebt und eignen sich für Menschen, die gerne herzhaft und vegetarisch essen wollen. Fast jeder zehnte Bundesbürger greift häufig zu den Produkten. Vorreiter auf dem Gebiet ist ein Wurstfabrikant: die Rügenwalder Mühle aus Bad Zwischenahn. Sie brachte 2014 einen vegetarischen Schinkenspicker auf den Markt und verhalf dem einstigen Nischenprodukt zum endgültigen Durchbruch. Seitdem sind die Supermarktregale voll von Veggie-Aufschnitten, die Mortadella oder Salami ähneln. Doch sind die Produkte auch gut?

Stiftung Warentest hat 20 viel verkaufte Veggie-Aufschnitte unter die Lupe genommen – darunter vegetarische und vegane Produkte. Enthalten die Produkte Schadstoffe oder Keime? Und schmecken die fleischfreien Alternativen überhaupt nach Wurst? Immerhin zwölf der 20 Aufschnitte erhalten das Testurteil "gut". Sechs schneiden befriedigend ab. Zwei Wurst-Alternativen fallen bei den Testern jedoch durch – "mangelhaft".

Testsieger ist der "Rügenwalder Mühle Vegetarischer Schinken Spicker" für 1,66 Euro je 100 Gramm. Das Produkt hebe sich "sensorisch hervor", betont Warentest. Von den 13 anderen brühwurstähnlichen Produkten im Test (erinnern an Lyoner und Mortadella) bekommen zehn ein gutes Testergebnis. "Die meisten schmecken tadellos und mal mehr, mal weniger nach Brühwurst." Viele haben auch den klassischen Brühwurstbiss, schreibt Warentest.

Bei den Fleischersatzprodukten mit dem Wort "Salami" oder "Chorizo" im Namen gibt es dagegen mehr zu beanstanden. Fast alle Aufschnitte haben mit dem klassischen Vorbild "nur wenig zu tun", schreibt Warentest. Zwei der sieben getesteten Produkte erhalten ein "gut": die "Rügenwalder Mühle Vegetarische Mühlensalami klassisch" (1,68 Euro) und die "Heirler wie Salami vegan" (2,39 Euro).

Die Schlusslichter im Test

In zwei Veggie-Aufschnitten fanden die Tester Keime, sie schneiden deshalb mit "mangelhaft" ab. Betroffen ist die vegetarische Mortadella von Wiesenhof: In ihr wiesen die Tester Listerien nach, die für Immunschwache und Ungeborene lebensgefährlich sein können. Wiesenhof hat auf Nachfrage von Warentest angegeben, die Produktion ohnehin eingestellt zu haben. Verbraucher können den Artikel demnach nicht mehr erwerben. Zweites Schlusslicht im Test ist die vegane Salami von Veggy Friends. In ihr fand sich eine erhöhte Anzahl an Milchsäurebakterien und eines Verderbniskeims. Die Packungen waren bei der Prüfung bereits kräftig aufgebläht, schreibt Warentest.

Veggie-Aufschnitte sind grundsätzlich fettärmer als das Original, urteilt Warentest. Kein Aufschnitt im Test war frei von Zusatzstoffen. Fast alle Aufschnitte enthielten Verdickungsmittel, um schnittfest zu werden. Hinzu kommen oft Farbstoffe. Eine erfreuliche Nachricht gibt es dennoch: Meist kommen die Produkte ohne Geschmacksverstärker aus. Lediglich ein Aufschnitt im Test enthielt den Geschmacksverstärker Natriumglutamat (E 621).

Die vollständigen Testergebnisse gibt es gegen Gebühr hier.

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